
Das Petrinum verfügt über eine schuleigene Kirche, die jeden Dienstag in der 1. Unterrichtsstunde von den Schülern der Unterstufe zum Gottesdienst besucht werden kann. Der 45-minütige Gottesdienst wird von Oliver Paschke geleitet. Für jeweils einen Gottesdienst können sich zwei Schüler zum freiwilligen Küsteramt melden.
Auf Beschluß der hier ansässigen Franziskaner wurde 1642 ein Franziskanerkloster gegründet, dessen Bau am 16.6.1658 begann. Das Hauptschiff, wie es heute ist, war 12 Jahre danach fertiggestellt. Als kurz darauf ein Großbrand am Gebäude tobte, wurde es 1668 wieder auf-gebaut. Die endgültige Einweihung war dann im Jahre 1705. 11 Jahre darauf erhielt der Bau einen Turm mit 2 Glocken. 1802 gingen die Kirche und das Kloster in den Besitz des Herzogs von Arenberg über, der beides später der Stadt zum Geschenk machte. 1835 schließlich wird das Franziskanerkloster von dem Staat Preußen aufgelöst; Kirche und Kloster gehören von da an dem Städtischen Gymnasium zu Recklinghausen.
Die Barockfassade wird 1838 umgebaut und stillos verändert. Im ersten Weltkrieg wird für französische Besatzungstruppen in der Kirche Gottesdienst auf französisch gehalten. Bei Umänderungsarbeiten von 1927 bis 1928 wurde das Portal zur Seite verlegt. 1944 wurde das Gebäude zerbombt und nach dem Krieg wieder aufgebaut: Bei dem schon erwähnten Angriff war die Kirche durch einen Bombenhagel schwer beschädigt worden. Die großen Fenster mit den Ornamenten waren zerstört, das Dach eingerissen, das Gewölbe, der Torbogen, der Altar und die Orgel waren in Schutt und Asche gelegt. Trotz aller Bemühungen war es dem Gottesmann unmöglich, den Gottesdienst weiter zu halten.
Erst 1946-47 konnten die Schäden provisorisch ausgebessert werden, so daß die Kirche Ende 1946 wieder nutzbar war. Die Instandsetzungsarbeiten zogen sich bis Mitte der 50er hin, wobei allein 8000 Dachziegel von Hand neu gelegt werden mußten. Dieser bauliche Zustand ist bis heute geblieben, nur durch die Bergschäden ist die Kirche wieder gefährdet.