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Auslandspraktikum

In der globalisierten Welt gehört es fast selbstverständlich dazu, im Laufe der Ausbildung Erfahrungen im Ausland gesammelt zu haben. Neben fachlichen Qualifikationen, die während eines Auslandsaufenthaltes gesammelt werden können, geht es vor allem darum, den eigenen Horizont zu weiten, den Blick zu öffnen für andere Gesellschaften, Kulturen und Gebräuche, Einblicke zu gewinnen in andere Arbeitswelten. Die Möglichkeit, diese unschätzbaren Erfahrungen schon während der Schulzeit sammeln zu können, bieten wir am Gymnasium Petrinum in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Recklinghausen ab dem Schuljahr 2011/2012 unserern Oberstufenschülern in Form eines freiwilligen Auslandspraktikums in einer der internationalen Partnerstädte Recklinghausens an.

Mit Beginn der Herbstferien 2011 sind die ersten Schülerinnen und Schüler der Stufen 12 und Q1 aufgebrochen in ihr zweiwöchiges Abenteuer nach Bytom in Polen und Douai in Frankreich. Um die ganze Schulgemeinde und mögliche zukünftige Praktikantengenerationen an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen, berichten die Praktikanten täglich in Form eines Blogs auf unserer Homepage über Ihre Eindrücke. Sie wünschen allen Lesern viel Spaß bei der Lektüre Smiley

Auslandspraktikum 2011 - Let's blog

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Tag 1: 24. Oktober 2011 - Gut gelandet!

Hallo von Juliane Sindern, Oliver Scheitza, Marie Jakob, Nathan Michalski aus dem benachbarten Polen,

nachdem wir gestern gelandet waren und ein kurzes Abendessen in einer Pizzeria zusammen mit unserem Ansprechpartner Herrn Cudok eingenommen hatten, bezogen wir unsere Zimmer in der Zespół Szkół Technicznych, der besten technischen Schule in Bytom.

Für den heutigen Morgen war ein Treffen um 7.45 in der schuleigenen Kantine vorgesehen, doch ehe wir in dieser ankamen, brachte man uns einen Berg von belegten Brötchen und Gebäck auf unser Zimmer. Herr Cudok stieß kurz darauf zu uns und gemeinsam begaben wir uns nach ausgiebigem Frühstück in den Verwaltungstrakt des Gebäudes. Dort wurden wir einigen Lehrern und dem Schuldirektor vorgestellt. Dank Nathans Polnisch-Kenntnissen und unseren Englisch-Kenntnissen hatten wir uns schnell bekannt gemacht und die ersten Fragen geklärt, wie zum Beispiel ob wir im Unterricht auch fotografieren dürften oder welchen Unterricht wir überhaupt besuchen würden.

Es ging zuerst in eine Englischstunde einer 10. Klasse, in die wir freudig integriert wurden. Zuerst bat die Lehrerin uns kurz, uns namentlich und mit einigen Worten zu unserer Person vorzustellen. Recklinghausen ist hier ein Name, der durchaus einigen Menschen bekannt ist. Dann schrieben wir ein paar Fragen an die polnischen Schüler über das Leben in Polen, das Land an sich und ihre Freizeit auf, während die Schüler sich Fragen an uns überlegten. Die ersten Fragen an uns wurden etwas schüchtern vorgetragen aber nach und nach begannen einige sich doch sehr für unsere Antworten zu interessieren. Die meisten Nachfragen bezogen sich auf unsere Freizeit, unsere Hobbys und unser Leben im Allgemeinen in Deutschland. Hin und wieder ergaben sich einige Schwierigkeiten in der Aussprache und dem unterschiedlichen Vokabelwissen, doch auch dies konnte geklärt werden. Zum Ende der Stunde hin tauschten wir „Tonguetwisters“ aus, wir bekamen einen auf Polnisch, dessen Aussprache doch einige Schwierigkeiten bereitete: „Stół z powyłamywanymi nogami“ (Ein Tisch mit gebrochenen Beinen). Dafür versuchte sich die Klasse an „Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.“ Wir müssen zugeben, dass sie es wesentlich besser gemeistert haben. Damit wir in der Pause nicht orientierungslos durch das Schulgebäude irrten blieben einige Schüler bei uns im Raum und wir unterhielten uns über dies und das.

Die nächste Stunde verbrachten wir im Fach Deutsch, die Lehrerin bat uns mit der Klasse so viel wie möglich auf Deutsch zu sprechen. Bei den Hör-Verstehens- Aufgaben nutzten viele Schüler um uns herum die Gelegenheit und ließen sich von uns helfen, auch wenn sich viele eher nicht trauten mit uns auf Deutsch zu sprechen. Ein paar luden uns ein am Nachmittag etwas mit ihnen zu unternehmen, was wir leider verschieben mussten, da wir diesen mit einem Rundgang durch Bytom verbrachten, zu dem wir später noch kommen. Auch nach dieser Stunde halfen uns die Schüler den nächsten Raum zu finden, was sich als schwieriger herausstellte, als gedacht, da ihnen der Raum selbst auch nicht bekannt war. Als wir diesen dann gefunden hatten, stellten wir fest, dass wir mit derselben Klasse wie zuvor nun eine Englischstunde verbringen würden.

Am Anfang des Unterrichts erfuhren wir, dass es sich bei dieser Englischstunde nicht um eine gewöhnliche Englischstunde handelte, sondern um „Technik-Englisch“, speziell auf das Profil der Schule zugeschnitten. Im Sinne dessen schauten wir uns eine englische Dokumentation über die Osterinseln an und auf welche Art und Weise ihre Geheimnisse nach und nach gelüftet werden.

Nun folgte eine besondere Führung durch den Trakt der Mechatronik. Hier wurde uns zuerst ein Roboter mit Tast-, Ultraschall- und Lichtsensoren, dessen Form stark an einen Skorpion erinnerte, vorgeführt. Dann wurde uns die Arbeit eines Schülers vorgestellt, es handelte sich dabei um einen „einfachen“ kleinen Roboter mit Ultraschallsensor, der uns sehr beeindruckte. Als nächstes führte uns der zuständige Lehrer in den Pneumatischen Teil. Hier zeigte er uns zuerst eine einfache rein pneumatische, dann eine elektro-pneumatische Konstruktion. Anschließend demonstrierte er wie man diese pneumatischen Konstruktionen an einem Greifarm verwenden kann.

Nun ging es hinab in den Keller des Gebäudes, wo uns einige Schüler einen selbstprogrammierten Roboter vorstellten, der sowohl nur durch vorherige Programmierung arbeiten, als auch durch Bluetooth gesteuert werden kann. Er war mit einem Ultraschallsensor und Lautsprechern ausgestattet und wurde versuchsweise von Juliane programmiert, worauf er alle 5 Sekunden beim Fahren „Good Job!“ von sich gab und bei Hindernissen eine 180° Drehung vollbrachte. 

Ein letzter Höhepunkt war die Konstruktion zur Gravur, an der man uns demonstrierte, wie man anhand einer Programmierung eine Platte beliebig gravieren kann. Als wir allerdings ein Wunsch-Motiv äußerten gab es eine Zeit lang etwas Verwirrung, da sich die verschiedenen Schüler nicht einig waren, wie man dies am besten programmierte. Ein paar Versuche wurden unternommen und der Schüler, der den Vorgang programmierte verlor langsam seine Geduld mit dem Computer. Letztendlich bekamen wir aber eine Platte mit Herz und darin den Schriftzug „Bytom“.

Zuletzt wurde uns der Schülersprecher der Schule vorgestellt, mit dem Angebot etwas zusammen zu unternehmen.

Um 13.30 holte uns Herr Cudok von der Schule ab und wir fuhren mit der Straßenbahn zum Rathaus, wo wir im Rathauseigenen Restaurant schlesische Spezialitäten wie z.B. Barszcz und Pierogi, was wir nur empfehlen können, zu uns nahmen. Danach zeigte uns Herr Cudok die Innenstadt von Bytom mit ihren alten, aber malerischen Häuserfassaden und den versteckten Lokalen und sehenswerten Ecken, wie zum Beispiel dem ehemaligen Standort der, in der Reichsprogromnacht niedergebrannten Synagoge und einer Kunstaustellung eines Recklinghäuser Malers. Zuletzt besuchten wir ein Museum mit Konzertsaal, in welchem wir am Wochenende auch einem Konzert beiwohnen werden und was Nathan die Möglichkeit bietet dort täglich am Klavier zu üben.

Schließlich verabschiedete sich Herr Cudok für diesen Tag und wir versuchten auf eigene Faust mit der Straßenbahn in die Schule zurück zu kehren, was sich als äußerst schwierig herausstellte, uns aber letztendlich gelang.

Müde verschlangen wir das vom Restaurant im Rathaus eingepackte Abendessen und freuen uns nun auf den morgigen Tag.

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Tag 2: 25. Oktober 2011 - Musikschule und Deutschunterricht

Hallo liebe Blogger-Freunde von Nathan und Oliver,

heute ist der 2. Tag hier in Bytom und wir haben wieder einiges erlebt.

Der Tag begann für uns Jungs mit einem freien Vormittag, sodass wir auch ausschlafen konnten. Aber wie der Gentleman es macht begleiteten wir die Mädchen zum morgendlichen Frühstück um 7:15 Uhr, natürlich nicht nur wegen der leckeren Würstchen!

Entspannt in den Tag startend fuhren wir gegen 10 Uhr los in die Innenstadt. Erst mal ging es ab ins wunderschöne Oberschlesische Museum, ein wenig Klaviertraining für Nathan.

Anschließend spazierten wir durch die alten Straßen Bytoms, um pünktlich zum Mittagessen am „Restauracja pod Ratuszem“ (Restaurant unterm Rathaus) zu sein.

Gestärkt traten wir vorfreudig unseren Besuch der Musikschule an. Nachdem wir der Direktorin vorgestellt wurden ging es zunächst zu den Pianisten. Schnell war klar, dass hier etwas anders ist als in Deutschland: Das Niveau der Schüler ist deutlich höher. Das liegt eindeutig daran, dass sie an mehreren Tagen der Woche die Musikschul-Professoren besuchen, und verpflichtet sind an bestimmten Konzerten und Wettbewerben, welche von der Schule organisiert werden teilzunehmen, sowie Prüfungen abzulegen.

Das Spielen eines Musik-Instruments hat hier einen ganz anderen Stellenwert; fast jeder wird vom Grundschulalter zu einer Musiksbchule geschickt, wird professionell, und vor allem individuell betreut, ohne große Summen zu bezahlen. Jedem wird die Möglichkeit geboten Musik zu machen, Konzerte zu spielen und vielleicht eines Tages Musiker zu werden, ohne durch begrenzte Mittel der Eltern, wie Geld, eingeschränkt zu werden. Und man merkt: Den Schülern bereitet es große Freude!

Wir erfuhren, dass die Schüler, die ihren Musikschul-Abschluss machen wollen, je mindestens ein Stück aus den Epochen der Barock, Klassik, Romantik und Moderne spielen müssen. Davon müssen 3 Etüden gespielt werden, eine davon von Chopin, eine ganze Sonate, also 3 oder 4 teilig, sowie ein Präludium und eine Fuge, und 2 Stücke freier Wahl. Man merkt: eine ganze Menge!

Im Anschluss an die Pianisten wurden wir zu einer Flötistin geschickt. Auch hier war sofort klar, dass diese von klein auf gut betreut wurde. Wir wurden auch gefragt wie die Situation bei uns ist. Wir erklärten, dass wir Unterricht privat nehmen, und dass es Musikschulen in der Form, wie hier, nicht gibt. Wir waren uns schnell einig, dass es eigentlich recht schade ist, dass Kindern bei uns immer wieder die Chance ein Musikinstrument zu spielen verwehrt bleibt.

Doch hier leistet das Petrinum tolle Arbeit in der Form der Bläserklasse, darüber sind wir, und die musizierenden Kinder echt glücklich!

Wir bekamen noch ein paar Räume und Klassen, die wir uns ansehen sollten, aufgeschrieben, und wurden so zu einem Streicher Trio geführt. Beim Laufen durch die Flure konnte man überall musizierende Schüler sehen. Während unten an der Treppe noch auf der Querflöte gespielt wurde, sah man oben am Fenster zwei Gitarristen die nur 20 Meter von einem Bratschisten entfernt übten. Überall Musik. Angekommen fanden wir eine 13 Jahre junge Violinistin, eine ebenso alte Cellistin und einen ein Jahr jüngeren Pianisten vor. Wir waren echt begeistert von dem Können der drei, welches wie auch die vorherigen Musiker bei uns daheim als überdurchschnittlich gut bezeichnet würde. Wir waren sehr beeindruckt, und hatten großen Spaß beim zuhören!

Wir wollten zwar noch den Fagott-Unterricht besuchen, allerdings war niemand zu finden und so entschieden wir uns zurück nach Hause zu gehen. Was nehmen wir von heute mit? Man ist hier überaus gastfreundlich. Egal wo wir hingehen, wir werden mit offenen Armen empfangen, freudig integriert, und man versucht uns alles recht zu machen, jeden Wunsch zu erfüllen.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, und wir freuen uns auf morgen, denn wir werden wieder die Musikschule besuchen, und diesmal hoffentlich die Gelegenheit bekommen, noch andere Musikinstrumente zu hören.

 

 

Hallo ihr Lieben auch von Marie und Juliane,

heute wurde es für uns beide ernst: ohne die Hilfe von Nathans Polnisch-Kenntnissen versuchten wir zu zweit mit der Straßenbahn bis zum Pl. Sikorskiego zu gelangen, wo wir um halb neun Herrn Cudok treffen sollten. Denn heute stand für uns Mädchen der Besuch des ersten Lyzeums der Stadt an. Doch ich möchte von vorne Anfangen:

Um halb 7 hieß es aufstehen und um viertel nach 7 genossen wir in der Kantine (freundlicherweise mit den Jungs zusammen) heiße Brühwürstchen, sogenannte „Parówki“ . 8 Uhr brachen wir auf und liefen die 7 Minuten zur Straßenbahn- Haltestelle. Mit der Nummer 9 ging es zum Pl. Sikorskiego und wir stiegen aus. Soweit so gut. Und noch 10 Minuten bis halb 9. Wenig später liefen wir neben Herrn Cudok am Gefängnis vorbei zum Lyzeum (übrigens seine alte Schule).

Den Unterschied zur Technischen Hochschule sah man sofort: einerseits hatte das alte Gebäude eine sehr schöne Architektur (was man von der Technischen HS nicht unbedingt sagen kann), andererseits waren die Vitrinen und Flure voll mit kreativen Dingen, z.B. ein Bühnenbild, was gerade in Arbeit war und unzählige Pokale von verschiedensten Wettbewerben, Turnieren, etc. Die Schule wurde vor der Wende gebaut, was man anhand von ein paar deutschen Überbleibseln sehen konnte, z.B. war der Name „Lehrerzimmer“ als Einlegearbeit auf der Lehrerzimmertür zu erkennen.

Es ging zum Sekretariat, wo wir von der Schuldirektorin auf Englisch begrüßt wurden und sich eine Deutschlehrerin der Schule vorstellte und uns sagte, welchen Unterricht wir besuchen würden. Ihr Deutsch war sehr gut verständlich und sie war sehr freundlich. Um uns in der Schule zu orientieren, wurden uns 2 Schülerinnen des letzten Schuljahres vorgestellt, Tascha und Paulina (18 Jahre alt) . Die beiden hatten lange Deutschunterricht und unterhielten sich sehr viel mit uns. Sie zeigten uns die Schule und wir mochten sie sofort. Später haben wir auch E-Mail- Adressen ausgetauscht und abgemacht, uns noch in den kommenden 2 Wochen zu treffen.

Unsere erste Stunde sollte Englisch sein. Wir wurden von Paulina und Tascha hingebracht, dann mussten die beiden in ihren eigenen Unterricht. Die Schüler waren alle 17 bzw. 18 Jahre alt und viele wollten Englisch mit ins Abitur nehmen. Daher war das Niveau des Unterrichts und die Sprachkenntnisse auch höher als das an der Technischen Hochschule, es ist mit unserem jetzigen Niveau vergleichbar, vielleicht auch etwas besser, da sie ja im letzten Schuljahr waren. Interessant war, dass die Schüler 2 eng bedruckte Vokabelseiten innerhalb von 2 Wochen lernen sollten und in der Stunde alle Vokabeln laut vorgelesen haben, da die Polen anscheinend viel mehr Probleme mit der englischen Aussprache haben, als wir. Am Anfang sollten wir uns wieder vorstellen, doch die Schüler waren etwas zu schüchtern oder hatten keine Lust, uns etwas auf Deutsch zu fragen. Sie meinten sie könnten kein Deutsch und die Lehrerin fragte nach wie lang sie denn schon Deutschunterricht hätten. Auf die Antwort „9 Jahre“ mussten wir alle lachen.

Die nächste Stunde war eine Physikstunde in der 1. Klasse. Da das Lyzeum erst nach 6 Jahren Grundschule und 2 Jahren Gymnasium folgt, waren die Schüler der Klasse 14 und 15 Jahre alt. Wir beobachteten einfach den Unterricht, denn die Physiklehrerin erklärte selber, dass sie Englisch zwar gut verstehe, es aber kaum sprechen kann, weil sie es so lange nicht mehr benutzt hat.

Danach folgten 2 Stunden Deutsch bei 2 unterschiedlichen Lehrerinnen. Die Schule hat für bestimmte Fächer eigene Räume, so auch für den Deutschunterricht. Überrascht waren wir vor allem, als wir „Wilhelm Busch“ und andere deutsche Bücher in einem Raum im Regal stehen sahen. Die Schüler fragten uns viele Fragen, aber auch die Lehrerinnen hatten eine große Anzahl an Fragen, besonders auf das Schul- und Bildungssystem bezogen. Viele Schüler konnten gut Deutsch sprechen, da es die 2. Fremdsprache an dieser Schule ist und ein paar von ihnen nehmen es auch als Abiturfach. Falls es jedoch Probleme gab, übersetzte die Lehrerin bereitwillig. Wir wurden gefragt, was wir mit Polen assoziieren: natürlich die besondere Gastfreundschaft und das tolle Essen! Nebenbei bemerkt: wir haben in unserem „WG“- Kühlschrank mittlerweile SO viel Essen, das wir von dem Restaurant im Rathaus immer bekommen haben, dass wir ernsthafte Probleme haben, alles auf zuessen :D Das typische an Deutschland sind laut der Schüler die guten Autobahnen,, die guten Autos, gute Fußballmannschaften das Oktoberfest, Lederhosen und Gartenzwerge.

Nach 2 Stunden Informationsaustausch verabschiedeten wir uns von Paulina und Tascha und gingen mit Herrn Cudok rüber zum gegenüber liegenden Rathaus und ins Restaurant. Dort trafen wir auf Olli und Nathan, denen wir alles erzählten. Als wir mit dem Essen fertig waren hieß es für die Jungs auf zur Musikschule. Herr Cudok begleitete sie. Marie und ich gingen zurück zum Pl. Sikorskiego, um von dort mit der Straßenbahn zu „unserer“ Schule zu fahren. Doch wo mussten wir nun in welche Bahn einsteigen? Also liefen wir ein Stück der Strecke zu Fuß, um an der nächsten Haltestelle, an der dieses Problem erledigt war, da man genau sehen konnte, ob die Bahn in die richtige Richtung fährt, einzusteigen. Es hatte angefangen zu regnen und um dem Ganzen noch ein Krönchen auf zusetzen, fuhr unsere Straßenbahn an uns vorbei. An der nächsten Haltestelle schauten wir auf den Fahrplan, wann die nächste kommen würde, doch da wir von Polnisch keine Ahnung hatten, entschieden wir, bis zur nächsten Haltestelle die Strecke wieder zu Fuß zurück zu legen, weil wir eh nur wieder lange würden warten müssen. Wir machten uns auf den Weg und prompt fuhr die nächste richtige Straßenbahn an uns vorbei. Nach 15 Minuten laufen entschieden wir uns, nicht nochmal den Fehler zu machen und setzen uns an die Haltestelle um so lange zu warten, bis die nächste kam. Wieder im Zimmer stellten wir das erhaltene Essen vom Restaurant in den Kühlschrank und gingen einigen Tätigkeiten nach, bis die Jungs wieder da waren und von ihren Erlebnissen in der Musikschule berichteten.

Gegen 7 Uhr aßen wir das sehr leckere Essen, das wir vom Restaurant erhalten hatten, bis wir pappensatt waren! Währenddessen begann in dem Klassenzimmer unter uns eine Band zu proben, so dass wir ein kleines Konzert genießen konnten.

So ging wieder ein erfolgreicher, spannender und aufregender Tag zu Ende und wir freuen uns auf den morgigen!

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Tag 3: 26.Okotber 2011 - Jetzt kommen die ersten Videos

„Witamy“ !

Heute war unser (also Nathans und Olivers) dritter Tag hier, und der zweite an der Musikschule in Bytom.

Wie jeden Tag starteten wir in den Morgen mit einem kräftigen Frühstück, diesmal mit Rührei und Speck, da die Köchin uns anscheinend jeden Wunsch von den Lippen lesen kann. Das Frühstück war auf jeden Fall sehr lecker! Und so ging es diesmal schon am Vormittag mit den Mädchen ab in die Stadt.

In der Musikschule angekommen konnten wir die Direktorin zwar nicht erreichen, da sie mit dem Oboen- und Fagott-Festival beschäftigt war, allerdings konnte die Sekretärin uns nach kurzem Erklären wer wir sind, und was wir machen, weiter helfen und führte uns in eine 3. Klasse der Musikschule.

Wir kamen rein, wurden freundlich von der Lehrerin begrüßt und den Kleinen vorgestellt, die beim Eintreten der Sekretärin artig aufstanden. Das gehört hier zum guten Ton. Nachdem wir uns gesetzt hatten, ging es auch schon los mit der Stunde, aber nicht sofort mit dem Unterricht. Eine Schülerin hatte Geburtstag und so standen alle auf, um zu singen. Das hier zu Lande traditionelle Geburtstagslied heißt „Sto lat“ und sagt übersetzt etwa aus: „100 Jahre sollst du bei uns bleiben“. Danach ging das kleine Mädchen mit dem Namen Magda durch die Klasse und verteilte leckere polnische Schokoriegel (Prince Polo) wobei sie von jedem persönliche Glückwünsche entgegen nahm.Nach dieser langen, aber lustig mit an zu sehenden Prozedur ging es auch los mit dem Unterricht. Das Thema: Leid - Wie erkenne ich es bei anderen, wie kann ich es verhindern, etc. Allein die Wahl dieses Themas faszinierte uns, da wir uns an keine Unterrichtsreihe zu etwas Ähnlichem in unserer Grundschulzeit erinnern konnten. Klar, irgendwann kommt es immer zu Rangeleien und so bespricht die Lehrerin das Thema, allerdings war es hier anders, da dies zu einer präventiven Unterrichtsreihe gehörte.

Die Schüler sollten zunächst ihre Hausaufgabe präsentieren: Pantomimisch eine Szene darstellen, in der jemand Leid erfährt. Hier habt ihr ein Video der ersten Gruppe von Kindern, die eine Schulklasse darstellen in der einer der Schüler eine schlechte Bewertung für seinen Test bekommt und von den anderen ausgelacht wird.

Man besprach diese und noch weitere Beispiele und die Lehrerin betonte immer wieder wie wichtig es sei anderen unter keinen Umständen Leid zuzufügen, und denen die es erfahren zu helfen

Nach dieser außerordentlich interessanten Unterrichtsstunde führte uns die Lehrerin in der Pause hoch in das Lehrerzimmer. Wir fragten sie nach dem Thema der Stunde mit der Antwort, dass die Schüler hier 12 Jahre ihres Lebens verbringen und sie ihnen diese so angenehm wie möglich machen möchte: „Wir gehören hier doch alle zu einer großen Familie“. Im Lehrerzimmer angekommen fragte sie uns welchen Unterricht wir noch gerne besuchen würden. Wir baten sie uns etwas vorzuschlagen, da sie die Schule besser kennt, und so kamen wir in eine 5. Klasse in der Gehörbildung und Musiktheorie in der nächsten Stunde unterrichtet wurde.

So wurden wir nach der kurzen Pause mitgenommen und zu der Klasse geführt. Nach einer erneuten kurzen Einleitung für die Schüler, die übrigens echt begeistert über Besuch zu sein schienen, wurden die Hausaufgaben kontrolliert. Jeder bekam eine Note von 5 bis 2. Moment, 5 bis 2..? Fehlen da nicht ein paar Ziffern? Nein, denn das Benotungssystem Polens geht nur von 5, welches die beste Note ist bis 2, die schlechteste.

Als alles kontrolliert worden war, wurde den Kindern ein Stück vorgespielt: „Echo“ von Orlando di Lasse (nebenbei ein deutscher Text) unter der Fragestellung „Welche Effekte werden mit Hilfe der Dynamik erzeugt?“ – Etwas, das man auf dem Niveau dieser Klasse, bei uns auf einem normalem Gymnasium erst sehr viel später durchnehmen würde. Die Kinder meldeten sich fleißig und wir waren erstaunt wie weitgehend das musikalische Verständnis und die Sicherheit mit den Fachbegriffen reichte, als die Lehrerin sich irgendwann nicht mehr nur noch auf Dynamik beschränkte sondern auch auf andere Bereiche wie die Artikulation einging. Fachtermini wie „col legnio“ oder „portato“ waren für die jungen Schüler selbstverständlich. Schüler der Oberstufe würden sich hier teilweise die Köpfe fragend kratzen. Und so verfolgten wir den Unterricht, dank unseres musikalischen Vorwissens auch nachvollziehend, bis die Stunde zu Ende war.

Nun folgte etwas ganz besonderes, etwas, das ich vorhin schon kurz angesprochen hatte: Das Oboen- und Fagott-Festival. Wir wurden in den oberen Konzertsaal geschickt und setzten uns als sich die Gelegenheit ergab schnell ins Publikum, der Wettbewerb war schon im vollen Gange. Hier findet ihr ein Video von dem Konzert.

Junge Musiker aus ganz Polen waren angereist um hier aufzutreten, dementsprechend auch das Können der Interpreten. Wir genossen die verschiedenen Auftritte im wunderschönen Saal bis er für den heutigen Tag endete. Beim Rausgehen trafen wir auf die Direktorin, die uns prompt zum Konzert der Finalisten am Freitag einlud, wir nahmen dankend an.

Weiter ging es kurz ins Schlesische Museum zum üben, bis wir eine SMS von Juli bekamen, welche fragte wo wir denn seien. Wir wussten nicht recht worum es ging, und nachdem wir anriefen stellte sich heraus, dass das Mittagessen schon vor über 20 Minuten fällig gewesen wär. Schnell machten wir uns auf den Weg und waren 10 Minuten später auch da.

Nach einem (wie immer) leckeren Mittagessen hatten wir Freizeit, und da Herr Cudok uns angeboten hatte ins Kino zu gehen wollten wir uns schon einmal informieren welche Filme liefen.

Glücklicherweise laufen hier Filme in der Originalsprache mit polnischen Untertiteln, was es uns ermöglicht auch hier Filme zu schauen. Wir machten uns auf ins Einkaufszentrum, in welchem das Kino steht, bummelten ein wenig rum und genossen den freien Nachmittag. Bisher konnten wir uns aber noch nicht für einen Film entscheiden.

Für den heutigen Abend ist ein Besuch im Szene-Café geplant, welches uns sofort gefallen hat. Vielleicht treffen wir ein paar der Schüler, die wir hier kennen gelernt haben!

Cześć auch von Juli und Marie!

Der heutige Tag begann für uns mit Rührei und Speck, dann fuhren wir zusammen mit Nathan und Oliver in der Straßenbahn in die Stadt. Die beiden verließen uns am Bahnhof um in die Musikschule zu gelangen und Juli und ich liefen zum Lyzeum um pünktlich vor der Lehrerzimmertür auf eine der drei Deutschlehrerin zu treffen. Sie erklärte uns, dass sich heute nicht Paulina und Tascha um uns kümmern würden, da sie auf einem Schulausflug seien. Sie stellte uns zwei Mädchen, Carolina und Beata und einen Jungen namens Michael vor, die sich für diesen Tag darum kümmern wollten, dass wir die richtigen Räume finden.

Zuerst stand eine Deutschstunde an, in dieser führten wir eine Konversation mit der Klasse, wobei wir zuerst etwas über Recklinghausen erzählten und dann Fragen zu Deutschland beantworteten. Die Klasse interessierte sich besonders dafür, wie viel Zeit wir für das Lernen verwendeten und wie man das Leben in Deutschland beschreiben könnte. Es fielen die Worte „viel“, „hektisch“, „Pünktlichkeitswahn“ und „gestresst“.

Die nächste Stunde verbrachten wir im Englischunterricht der Abiturientenklasse, diese sollte sich in Zweier-Gruppen aufteilen um Dialoge zum Thema „Christmas and Easter Holiday in Poland“. Die Lehrerin bat Juli und mich uns mit zwei Jungen zusammen zu setzen, Juli unterhielt sich mit dem einen über Ostern in Polen und ich mich mit Piotr über Weihnachten in Polen. Als wir beim Thema Essen ankamen versuchte er mir auf Englisch zu erklären was eine Barszcz sei und warum „Little Ears“ darin schwimmen würden.

Allerdings war die Übersetzung „Little Ears“ etwas irre führend, er meinte Nudeln, die wortwörtlich aus dem Polnischen übersetzt „Little Ears“, irgendwann hatten wir dann herausgefunden, was es mit diesen Körperteilen in der Suppe auf sich hat. Außerdem erzählte Piotr mir, dass man in Polen ein Mitternachtsfestessen zu sich nehmen würde, bestehend aus 12 Gerichten. Außerdem muss ein weiterer Platz für einen überraschenden Besucher gedeckt werden (sollte einer an die Tür klopfen). Man darf kein Fleisch essen, nur Fisch, warum dies so sei konnte er mir aber nicht erzählen. Nach dem Essen tauscht man Geschenke aus und dann besucht man die Mitternachtsmesse und geht danach zu Bett. Den nächsten Tag verbringt man damit seine Familie zu besuchen und den darauf kann man verwenden um seine Freunde zu treffen.

Juli hatte ein paar Schwierigkeiten das englische Wort für Zweig oder Ast zu finden, da sie nach dem Palmsonntag fragen wollte, aber am Ende dieser Stunde hatten wir eine ganze Menge über polnische Traditionen gelernt.

Es folgte eine Sonderstunde mit den beiden Abiturienten, die ihre Prüfung in Deutsch ablegen würden um mit ihnen die Konversation auf Deutsch zu üben. Wir erzählten ihnen auch etwas über Recklinghausen und über unsere Schule. Sie fragten viel über die Freizeitangebote in Recklinghausen und über unsere Zukunftspläne. Die Lehrerin erzählte, dass es einmal einen Schüleraustausch von diesem Lyzeum und einem Gymnasium in Stuttgart gegeben hätte, diese Schule es aber nun nicht mehr machen wolle, da es zu wenige Interessenten gebe. Juli und ich waren überrascht und sagten, dass, wenn wir die Möglichkeit hätten, wir gerne nächstes Jahr auch einen Austausch hier her machen würden. Die Menschen sind gastfreundlich, herzlich und bemühen sich immer um einen. Man fühlt sich selten irgendwo als Fremder so willkommen wir hier in Bytom. Wir beschlossen einmal an unserer Schule an zu fragen, ob das Petrinum nicht an einem Schüleraustausch interessiert sei, denn schließlich ist Bytom unsere Partnerstadt.

In der Pause zeigten uns Michael, Beata und Carolina ihre Sporthalle, da dort gerade ein Volleyball-Turnier stattfand. 

Daraufhin besuchten wir noch für 45 Minuten eine Mathematikstunde, was allerdings wenig aufregend war, da weder Juli, noch ich ein Wort von dem verstanden, was uns die Lehrerin erzählte. Nach dieser Stunde verabschiedeten wir uns von Michael, Beata und Carolina und gingen ins Restaurant am Rathaus um uns dort wie verabredet mit Herrn Cudok, Nathan und Oliver zu treffen. Als wir zwanzig Minuten mit Herrn Cudok auf die beiden Jungen gewartet hatten, machten wir uns langsam Sorgen, denn keiner der beiden meldete sich am Telefon. Es stellte sich aber heraus, dass sie die Zeit vergessen hatten. Gemeinsam nahmen wir dann doch unser Mittagessen ein.

Während des Essens beschlossen wir am Wochenende eventuell ins Kino zu gehen, denn die meisten Filme werden hier auf Englisch mit polnischem Untertitel gezeigt. Im Einkaufszentrum, wo sich das nächste Kino befindet, angekommen bummelten wir zuerst ein wenig durch die Läden und lasen uns dann im Kino das Programm durch. Bis jetzt konnten wir uns noch nicht für einen Film entscheiden.

Heute Abend ist noch ein kleiner Ausflug ins „Museum“ geplant, ein Szene-Cafe, das uns bei der Stadtbesichtigung von Herrn Cudok gezeigt wurde. Es hat uns sofort gefallen und vielleicht sehen wir ein paar der Schüler wieder, die wir in den letzten Tagen kennen gelernt haben.

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Tag 4: 27.Oktober 2011 - Besuch im Schulzoo

Parówki – Nicht Pafteki!

Das waren Worte, die wir heute häufig in den Mund genommen haben, bis sich Juli endlich merken konnte, wie diese leckeren Würstchen hießen, um es den polnischen Schülern beim heutigen Besuch im Lyzeum zu erzählen.

Aber der Reihe nach: Gestern Abend ist unser Plan zu einem kleinen Konzert ins Szenecafe „Museum“ zu gehen, leider ins Wasser gefallen. Nathan und Juliane waren so müde, dass sie nach dem doch auch anstrengenden Tag keine Lust mehr hatten, einen Fuß vor die Tür zu setzen; und als wir beide, Marie und Olli, dann letztendlich vor einem nicht einmal halb vollen Cafe standen, entschieden wir uns für einen kleinen Spaziergang durch das abendliche Bytom und entdeckten dabei viele interessante und spannende Ecken, und wunderschöne, wenn auch alte Häuser der Stadt.

Heute startete der Tag wie gewohnt mit einem ausgiebigen Frühstück in der Schulkantine. Nach diesem mussten wir uns nicht, wie in den letzten beiden Tagen, trennen, sondern machten uns gemeinsam auf den Weg zum ersten Lyzeum. Da Marie und Juliane ja schon zwei Tage in der Schule hospitiert hatten, war es ein Leichtes den Weg dorthin zu finden und auch die Orientierung im Schulgebäude klappte ohne Probleme, da uns zwei Mädchen, Julia und Ola, zur Seite gestellt worden waren, die uns zu unserem jeweiligen Unterricht brachten und danach auch wieder abholten.

Der Schultag begann mit einer Deutschstunde der 2. Klasse des Lyzeums, in der wir uns gegenseitig vorstellten und ausfragten. Marie und Juli durften wieder ihren, mittlerweile sehr gut eingeübten, Vortrag über das Bildungssystem in Deutschland und unsere Heimatstadt Recklinghausen halten; danach beantworteten wir die Fragen der polnischen Schüler über unsere Hobbys und Gewohnheiten nach der Schule.

Darauf folgte eine Stunde im Fach Erdkunde. Soweit wir es verstanden haben ging es um Immigration und Emigration, Nathan unterhielt sich in der Zeit ein wenig mit Julia und wir luden sie für den Abend ein, mit uns ins „Museum“ zu gehen.

Nach einem kurzen Abstecher in der Pause in das Schulcafe im Keller und einem kurzen Besuch bei dem immer noch laufenden Volleyball Spiel (siehe Tag zuvor) wurde uns ein unglaublich beeindruckender Raum gezeigt. Das Lyzeum besitzt einen eigenen kleinen Zoo, der von den Biologie Klassen betreut wird. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Petriner an das Aquarium oder an die Küken. Gegen das, was uns dort gezeigt wurde, ist das wirklich nichts. In der Mitte des Raumes war ein langer Tisch mit Käfigen, die von kleinen, braunen Springmäusen mit schwarzen Knopfaugen behaust wurden. Es war ein Gewusel, da sie sich um einen Platz in den Laufrädern oder am Futter bemühten, zwei Schüler unterrichteten uns kurz über einiges Wissenswertes über diese Tiere.

Dann ging es weiter zu den Schnappschildkröten, ein Schüler fasste vorsichtig eine der Schildkröten am Panzer an, zog sie aus dem Wasser und zeigte uns eine Stelle, an der ein Stück des Panzers herausgebrochen war. „Die Schildkröten haben in den Ferien ein wenig Hunger bekommen und gekämpft!“ Als nächstes folgte Maries persönlicher Höhepunkt, wir schauten uns ein Kurzschwanz-Chinchilla an, welches sich allerdings nicht fangen lies und ehe es die Schule unsicher machte, beließ es die Lehrerin an seinem Platz. Es kuschelte sich in eine Ecke und beobachtete uns wachsam, während auch hierzu ein Referat gehalten wurde.

Am Ende erfuhren wir etwas über zwei Axolotl, die in einem Aquarium als Larven durch das Wasser schwammen. Hier erklärte uns die Lehrerin ein paar Details.

Dann setzten wir uns noch ein wenig in die Biologiestunde, in der die Mitose durchgenommen wurde. Plötzlich landete ein Zettel auf Nathans Knie, einer der Schüler grinste ihn an und es begann eine Konversation, in der die beiden Jungen versuchten auf Englisch zu kommunizieren.

Die letzte Stunde war eine Deutschstunde mit einer weiteren Abschlussklasse. Wir berichteten über Recklinghausen, das Bildungssystem und unterhielten uns über Mode in Polen und Deutschland, über die Freizeit und schließlich fragten wir, was die Schüler denn mit Deutschland assoziieren: Autos, Autobahnen, Fußballmannschaften, Gartenzwerge. Das war bei dieser Frage scheinbar immer die Standartantwort. Doch dann kamen wir zu einem Thema, das bisher noch niemand der Schüler je angesprochen hatte: Den zweiten Weltkrieg. Es herrschte kurz Stille, nachdem ein Junge, der außerordentlich gut Deutsch sprach, diesen Einwurf machte. Er erzählte uns, dass sein Vater nicht verstehen könne, wie sein Sohn Deutschland mögen kann und Bayern München Fan ist. Wir hätten uns gerne weiter darüber unterhalten, jedoch lenkte die Lehrerin das Thema sehr zügig auf das multikulturelle Zusammenleben in Deutschland, den großen Ausländeranteil und die Probleme, die dadurch entstehen können. Wir merkten, dass hier wirklich mehr Gesprächsbedarf besteht.

Dann brach plötzlich eine Frage aus einer Schülerin heraus, die ihr wohl die ganze Zeit schon auf der Zunge lag: sie hatte vor Jahren einen Austausch nach Deutschland gemacht, genauer gesagt nach Essen und dort an der Schule die Mädchentoilette besucht und dort einen Kondomautomaten entdeckt, an dem man kostenlos Kondome ziehen konnte. Ob dies üblich sei in Deutschland, fragte sie uns. Man muss nebenbei bemerken, dass Sex vor der Ehe in Polen immer noch kritisch gesehen wird. Wir verneinten, dies ist natürlich nicht üblich. Oder irren wir uns da? Wir haben ihr dann erklärt, dass es hier einige Aktionen gegen Aids gebe, aber dass wir etwas derartiges auch noch nie gesehen haben.

Im Anschluss an den Unterricht veranstaltete die Schule drei Debatten zu dem Thema „Körperkult und Körperideale“ auf Englisch, Französisch und Deutsch (die drei einzigen Fremdsprachen, die man an einem polnischen Lyzeum lernen kann). Wir nahmen an der Debatte auf Deutsch teil und tauschten uns mit den anderen Schülern über Ansichten und Meinungen aus. Es war wirklich beeindruckend wie gut die Schüler ihre Standpunkte auf Deutsch ausdrücken konnten und in welcher Art und Weise über „Schönheit“ nachgedacht wurde. Wie denkt ihr darüber? 

Wir aßen im Restaurant am Rathaus, zusammen mit Julia und verabschiedeten uns dann von ihr, Nathan ging ins Museum und übte dort Klavier; Oliver, Juliane und Marie gingen zurück in die SZT um sich noch für eine Stunde hin zu legen.

Am Abend trafen wir uns mit Herrn Cudok, Paulina, welche uns am ersten Tag am Lyzeum betreut hatte und ihrer Freundin Magda im „Museum“. Julia konnte leider nicht kommen, sie hatte zu viele Hausaufgaben zu erledigen und für einen Deutschtest zu lernen. Trotzdem wurde es ein wirklich schöner Abend.

Wir freuen uns auf morgen und sind gespannt, wie es Juliane und Marie an ihrem neuen Praktikumsplatz im Kulturzentrum von Bytom ergehen wird. Oliver und Nathan werden noch einmal die Musikschule besuchen.

Do zobaczenia!

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Tag 5: 28. Oktober 2011 - Verwandtenbesuch in der WG

Nathan und Oliver grüßen euch nach dem vorerst letzten „Arbeitstag“,

denn nun steht das durch Allerheiligen verlängerte Wochenende vor der Tür. Doch man soll den Tag nicht vor den Abend loben, und so beginnen wir erst einmal mit unseren heutigen Erlebnissen. Der Morgen begann mit dem Frühstück, diesmal aber anfangs nur zu zweit, denn die Mädchen hatten verschlafen! Weil wir sie nicht wecken wollten entschieden wir uns für die nettere Art und Weise und wollten ihnen das Essen ans Bett bringen. Bevor es aber so weit kommen konnte, stießen die beiden aber schon zu uns.

Anschließend trennten sich unsere Wege, denn wir verbrachten den heutigen Tag wieder in der Musikschule. Ein wenig zu früh angekommen wurden wir dann auch schon freudig von der Direktorin empfangen und in eine 2. Klasse, nicht zu verwechseln mit einem Kurs der 2. Klasse im Lyzeum, sondern eine kleine Horde lauter 7 bis 8 jähriger. 

Wir kamen zum Ende des Polnisch Unterrichts an, aufgrund unserer verfrühten Ankunft, und wurden nach der Pause von der Klassenlehrerin zum Raum für das Fach „Rhythmik“ begleitet. Wir erwarteten eine sehr simpel gehaltene Unterrichtsstunde mit Klatsch-Übungen und Ähnlichem, wurden jedoch überrascht, da schon der Raum anders aussah, als wir ihn uns vorgestellt hatten: Er erinnerte eher an einen Tanzsaal als an einen Klassenraum. Nur die paar Tische und Stühle zusammen mit der Tafel wiesen darauf hin, dass dies ein Unterrichtsraum ist. Die nächste Überraschung folgte so gleich: Die Lehrerin setzte sich ans Klavier und fing an eine einfach Melodie zu spielen, zu der die Kinder den Rhythmen und Melodien entsprechende Bewegungen (hier gibt es das zugehörige Youtube-Video)] machten, wie zum Beispiel das Laufen auf Zehenspitzen in höheren Tonlagen, oder das schnelle Trippeln, ähnlich dem Ballet, bei kurzen Noten.

Doch damit nicht genug. Gemeinsam mit den Kindern kam noch eine zweite Lehrerin rein, die zusammen mit der ersten den Unterricht gestaltete. 2 Lehrer für eine Klasse, das finden wir gut!

Denn so konnte die eine sich voll und ganz auf das Musikalische Konzentrieren während die andere den Kindern die Bewegungen vormachte, oder Vorbereitungen treffen konnte für den weiteren Unterrichtsverlauf.

Soweit so gut, aber nun möchten wir euch auch etwas über den Inhalt des Unterrichts berichten, der uns ebenso, oder sogar noch mehr beeindruckte.

Nach kleinen „Tanzeinlage“ als Einführung setzten die Kinder sich und bekamen folgende Aufgabe:

Die Lehrerin hatte an die Tafel eine vier-taktige Melodie angeschrieben, in der aber ein paar Töne fehlten. Die Kinder sollten nun an Hand dem, was die andere Lehrerin am Klavier vorspielte, die Töne heraushören, Intervalle erkennen und diese richtig einsetzen. Taktweise wurde die Melodie in kleinen Portionen für die Kinder gespielt, und diese erkannten recht schnell was eingesetzt werden musste. Hättet ihr es gekonnt?

Nach einer kurzen Pause besuchten wir in der 3. Stunde den Sportunterricht, welchen wieder die Klassenlehrerin leitete. Dieser sah genauso aus wie bei uns auch, mit dem Unterschied, dass die Halle aufgrund des musikalischen Schwerpunkts deutlich kleiner ausfiel als die meisten in Deutschland. Wir ruhten uns nach dieser recht amüsanten Stunde ein Weilchen aus, da wir bis 13 Uhr Freizeit hatten. Diese nutze Nathan erneut zum üben, während Olli fleißig für die Schule lernte.

Pünktlich, oder besser gesagt eine halbe Stunde zu früh saßen wir in der Aula der Schule: Einem altem aber schönem Saal, in welchem das Konzert der Preisträger des Oboen- und Fagottfestivals (siehe Tag 3) stattfand. Die Veranstaltung war gut besucht, und nicht nur von den Schülern der Musikschule Bytoms, sondern aus den Musikschulen des ganzen Landes.

Man begann mit der Bekanntgabe der Gewinner durch die Jury und der Direktorin, besonders die bytomer Musiker wurden mit tosendem Applaus empfangen. Es folgte ein Konzert der Preisträger, anfangs nur Solo-Auftritte, anschließend traten die Streicher des polnischen Jugend-Orchesters in Kammermusik-Besetzung auf als Begleitung für die Werke von Vivaldi und anderen Komponisten seiner Zeit auf.

Das Können der jungen Interpreten war beeindruckend und wir lauschten begeistert der Musik in der wunderbaren Akustik des Konzertsaals. Einen kleinen, leider nicht ganz so mitreißenden Eindruck könnt ihr hier bekommen .

Durch das Konzert gefesselt, konnten wir leider erst zu spät zum Mittagessen erscheinen, genossen es aber dennoch sehr, auch wenn wir keinen Fisch bekamen, wie es Freitags in Polen aufgrund des christlichen Glaubens Tradition ist.

Am Nachmittag schauten Nathans Großeltern für einen kurzen, aber netten, Besuch vorbei, und waren somit außer Herr Cudok die ersten Gäste in unserer kleinen „WG“.

Den späten Nachmittag bis frühen Abend verbrachten wir beide, Olli und Nathan, sportlich. Wir wurden eingeladen vom Nachtportiere die Sportgeräte zu nutzen, und so stellten wir nach vielen sportlichen Wettbewerben fest, dass keiner von uns weder im Tischtennis oder Hockey, noch im Billard oder Kicker dem anderen eine Nase voraus ist. Diese Zeit nutzten Juli und Marie hingegen ganz anders: Sie schliefen! Nach einem anstrengenden Tag, war dies jedoch auch verständlich.

Somit freuen wir uns, das lange Wochenende, mit den wie schon vorher genannten arbeitsfreien Tagen zu genießen.

Hallo auch von Juliane und Marie,

so wie es sich für einen Freitag gehört haben Juliane und ich an diesem Morgen verschlafen. Da wir erst um viertel vor Zehn am Lyzeum sein mussten, hatten wir geplant um sieben auf zu stehen und dann um viertel nach Sieben gemütlich zum Frühstück zu gehen. Doch aus einem uns unbekannten Grund überhörten wir den Wecker und saßen zwanzig nach Sieben erschrocken im Bett. Warum weckten uns die beiden Jungen auch nicht? Wir beeilten uns, um etwas vom Frühstück ab zu bekommen, ehe Nathan und Oliver es aufgegessen hatten. Die beiden saßen seelenruhig am Tisch und erzählten, dass sie uns schlafen gesehen hatten und entschieden hatten uns das Frühstück nach oben zu bringen. Da konnte man ihnen ja schlecht böse sein. Wir frühstückten gemeinsam zu Ende und die Jungen machten sich pünktlich auf den Weg zur Musikschule, während wir uns noch einmal hinlegten.

Um viertel vor Zehn, oder besser knapp vor Zehn, da die Straßenbahn verspätet kam, trafen wir Herrn Cudok vor dem Lyzeum. Er fuhr uns dann zum Kultur Zentrum von Bytom, einem Gebäude, welches von außen mit kunstvollem Graffiti bemalt ist, wie zum Beispiel dem Logo: Ein Hund. Herr Cudok stellte uns Mathilda vor, eine herzliche Dame, die uns Tee und Kaffee servierte und uns etwas über ihre Arbeit, das Zentrum und über die Veranstaltungen erzählte. Wir unterhielten uns über viele Dinge und tauschten uns auch über die Beziehung zwischen Deutschland und Polen aus, alles auf Englisch, da wir kein Polnisch und sie kein Deutsch sprach. Wir schnitten auch das Thema des Zweiten Weltkrieges an, denn auch dazu gibt es einige Veranstaltungen im Zentrum. Ein weiterer Mitarbeiter des Zentrums, Adam, setzte sich zu uns und gemeinsam diskutierten wir über die Geschichte, die Folgen und die heutige Situation.

Es folgte eine Führung durch das Zentrum, welches einen eigenen großen Kino- und Theatersaal mit Technik-Balkon, einen kreativen Designraum, ein neues, kleines Kino, einen Klub, ein Restaurant, einen Tanzsaal und mehrere Büros, so wie ein Gästezimmer besitzt. Von außen sah das Gebäude gar nicht so riesig aus, von innen allerdings erstaunte uns die immense Höhe des Saals.

Nach dieser kleinen Führung, bei der wir einige weitere Mitarbeiter und die Chefin kennen gelernt hatten, brachte Adam uns zu „Kronika“, einem Alternativen Kunst-Museum, welches eng mit dem Bytomer Kultur Zentrum zusammen arbeitet. Dort lernten wir Margarete kennen, sie erklärte uns, was ein Alternatives Kunst-Museum ausmacht. Zum einen werden dort keine Kunstwerke von großen und berühmten Künstlern ausgestellt, nur weil sie groß und berühmt sind. Kinder dürfen dort ausstellen, es wir politisch, gesellschaftlich Kritisches ausgestellt. Sie veranstalten dort auch Diskussionen und Ausstellungen über wichtige Themen, wie Abtreibung, Krieg und Frieden, den Einsatz von Soldaten im Ausland und dergleichen. Besonders das Thema Abtreibung wird hier nicht gerne besprochen und daher war es für das Zentrum sehr schwierig sich zu behaupten.

Es werden Kunstwerke ausgestellt, die aussagekräftig sind und eine Botschaft haben, die über das allgemeine hinaus gehen. Wie zum Beispiel der Kunstfilm, den wir heute gesehen haben. Es war eine Trilogie über eine fiktionale Organisation in Polen, die die 3.000.000 Juden, die einst vertrieben wurden, zurück holen sollen. Der erste Teil zeigte einen Mann, der zu einem leeren Stadion sprach, über das Leben in Polen, über den Fehler die Juden zu vertreiben. „Mit nur einer Farbe kann man nicht sehen. Mit nur einer Kultur kann man nicht fühlen.“ Es war sehr beeindruckend und auch ergreifend. Der zweite Teil zeigte eine Gruppe, die dieser Organisation angehörte, welche in Warschau an einem Tag ein Kibbuz errichteten und wie sie dann darin miteinander lebten. Der dritte Teil zeigte die Feier der Beerdigung des Anführers der Organisation und wie man ihm versprach seine Idee von einem multikulturellen Polen zu verbreiten.

Nach dieser Vorführung verabschiedeten sich Juli und ich von Margarete und gingen zum Essen ins Restaurant. Eigentlich isst man an einem Freitag in Polen aufgrund des christlichen Glaubens kein Fleisch, sondern Fisch, doch der Fisch war ausverkauft und so entschieden wir uns für Tomatensuppe und Hühnerschnitzel mit Pommes. Wenig später stießen die Jungen zu uns und wir bestellten das Frühstück für das Wochenende.

Den Abend verbrachten wir in der TSZ, Nathans Großeltern waren kurz zu Besuch und nun freuen wir uns auf morgen.

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Tag 6: 29. Oktober 2011 - Horrorfilm im Klassenzimmer

Ein freier Tag nach einer langen Nacht

Der gestrige Abend wurde eingeläutet durch die Einladung einiger Schüler unserer Gastschule, uns doch einen Film mit ihnen in dem Klassenraum unter uns an zu schauen, wo sie auch übernachten würden. Wir entschieden uns die Einladung an zu nehmen und setzten uns auf ein paar Matten in den Saal. Glücklicherweise, oder auch nicht,war der Film auf Englisch mit polnischem Untertitel (hier so üblich). Es war ein Horrorfilm und die Stimmung der Schüler war außergewöhnlich gut und schnell wurde Nathan in ein Gespräch verwickelt. Olli und Nathan gefiel der Film recht gut, Marie und Juli waren nicht so begeistert davon, was vielleicht daran lag, dass der Schauplatz des Films unserem Flur, auf welchem unser Zimmer liegt, sehr ähnelt und es nachts im flackernden, kalten Licht doch etwas unheimlich erscheint.

Heute hatten wir alle kein Praktikum am Morgen, sondern den Tag frei. Wir hatten uns mit Paulina und Małgosia um 13.00 Uhr vor dem Agora verabredet. 

Als wir nach einem extra an die Schule geliefertem Frühstück vor dem Einkaufszentrum ankamen, dauerte es nicht lange bis die beiden Mädchen zu uns stießen. Da es um 14.00 bereits Mittagessen im Restaurant am Rathaus gab, bummelten wir ein bisschen durch die Läden und aßen dann alle zusammen mit Herrn Cudok. Danach spazierten wir mit Paulina und Małgosia durch einen wundervollen, herbstlichen Park, in dem wir einen Spielplatz entdeckten und einen Teich, neben dem weiße Statuen die Umgebung überblickten.

Die wundervolle Umgebung verleitete zum Bilder machen, einen so schönen Park, in einer so alten und teilweise wirklich heruntergekommen Stadt wie Bytom hatten wir eigentlich nicht erwartet. [ Um so mehr genossen wir den Spaziergang zusammen!

Als wir uns von Paulina und Małgosia verabschiedet hatten, fuhren wir mit der Straßenbahn zurück zum Agora. Oben gab es eine Bar, in der man Billard spielen und bowlen konnte. Wir entschieden uns für das Bowlen und spielten eine Stunde, der Sieger wurde Oliver, danach kam Nathan, dann Marie und dann Juliane.

Anschließend streiften wir noch durch ein paar Läden und dann ging es auch zurück in unsere Zimmer, wo wir es uns gemütlich machen und gleich zu Abend essen werden. Vielleicht schauen wir noch einen Film, allerdings sicher keinen Horrorfilm!

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Tag 7: 30. Oktober 2011 - Schubert und Schuhe

Hallo an alle Leser von den Bloggern aus Bytom,

der heutige Tag begann für uns nach einem entspannenden Filmabend zuvor mit einem entspannten Frühstück. Dann fuhren wir gemeinsam ins Oberschlesische Museum, wo wir auf Herrn Cudok trafen um ein klassisches Konzert mit Kammermusik im Konzertsaal, in dem Nathan für gewöhnlich am Klavier übt, zu genießen. Es fing an mit einem Streicher-Quartett, bestehend aus einem Violoncello, zwei Violinen und einer Viola, die op. 106 in G-Dur von Antonín Leopold Dvořák zum Besten gaben. Es folgte eine kurze Pause, die wir nutzten um eine Tasse Kaffee zu trinken und ein wenig durch die Ausstellung zu streifen.

Danach lauschten wir andächtig op. posth. 163 in C-Dur von Franz Schubert, zu dem ein weiteres Violoncello zu den Musikern stieß. Anschließend fuhren wir zusammen mit Herrn Cudok und seiner Arbeitskollegin ins Silesia, ein sehr großes Einkaufzentrum in Kattowitz. Wir aßen gemeinsam zu Mittag und dann bummelten wir vier durch die Einkaufsstraßen des Gebäudes. Nach einer Stunde tranken wir noch einmal mit Herrn Cudok und der freundlichen Dame, die leider kein Wort Deutsch sprach einen Kaffe, oder Tee. 

Bis zum Abend hin spazierten wir noch von Laden zu Laden, ob nun Schuh-, Bekleidungs-, oder andere Läden und fuhren dann mit der U-Bahn, deren Zeiten Herr Cudok uns genauestens gesagt hatte, zurück nach Bytom. Heute Abend werden wir aus unserem angesammelten Obst eventuell (sollte man sich auf eine Art zu schneiden einigen können) noch einen Salat machen und den Film weiter gucken. Wir freuen uns schon auf den morgigen Ausflug in die Salzgrube Wieliczka, nahe Krakau.

Bis morgen Abend, Marie, Nathan, Juli und Olli!

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Tag 8: 31. Oktober 2011 - Halloween

Happy Halloween von Nathan, Oliver, Juliane und Marie!

Der heutige Montag ist ein Brückentag zwischen dem Wochenende und dem morgigen Feiertag „Allerheiligen“ und so hatten wir auch heute frei bekommen. Herr Cudok organisierte daher einen Ausflug nach Wieliczka, in das Salzbergwerk, nahe Krakau. Zusammen mit ihm, dem Herrn, der uns vom Flughafen abgeholt hatte, Herrn Cudoks Arbeitskollegin Malgosia, ihrer Tochter und einem weiteren Bekannten fuhren wir heute Morgen nach einem kurzen Frühstück mit einem Kleinbus knapp 1 ½ Stunden zum Gelände des Bergwerks.

Dort angekommen nahmen wir mit unserer kleinen Gruppe an einer Führung auf Deutsch und Polnisch durch die Tiefen der Salzgrube teil, es ging knapp 380 Stufen in die Tiefe. Der Herr, der uns hindurch leitete erzählte viele interessante Dinge, über Nicolaus Copernicus, dem eine Kammer am Anfang gewidmet war und über die zwei Schutzheiligen des Bergwerks: die heilige Barbara und die heilige Kinga.

Die heilige Kinga ist die Tochter eines ungarischen Königs gewesen und sollte an den polnischen Herrscher verheiratet werden. Polen litt zu dieser Zeit an einer Salzknappheit, da es damals das „weiße Gold“ genannt wurde, denn es wurde mit dem Wert des Goldes gemessen. Kinga bat ihren Vater um ein großes Geschenk zur Hochzeit, eine Salzgrube. Man hob einen Schacht in Ungarn aus, wo es viel Salz gab und Kinga lies ihren Verlobungsring hinein fallen. Als sie nach Polen kam und man dort eine Grube aushob fand man einen Salzblock, in dem eben dieser Ring eingeschlossen war. So, glaubte man, brachte Kinga das Salz nach Polen. Die heilige Barbara ist eine Schutzpatronin der Bergleute im Allgemeinen.

Es ging durch große und kleine Kammern, die auch als Kapellen genutzt wurden. Einmal die Kapelle des heiligen Kreuzes und dann die große, 17 Meter lange Kapelle der heiligen Kinga. Von einem großen Balkon überblickt man die kunstvoll gestaltete Kammer, an den Wänden stehen Statuen vieler Heiliger, es gibt eine gemeißelte Bilderfolge des neuen Testaments mit einer besonders gelungenen Darstellung des Abendmahls von Da Vinci in Stein. Der Altar hat eine beeindruckende Statue der heiligen Kinga und das Jesuskind ist aus rosa Salz, alle Statuen und Verzierungen sind aus Salz, auch der Boden.

Der Weg erstreckte sich, durch einige verschlungene Schächte immer tiefer, vorbei an geheimnisvollen Salzseen mit glitzernden Münzen von Besuchern darin, die sich von den Gnomen, die angeblich in den verlassenen Schächten leben, einen Wunsch erfüllen lassen wollen. Hin und wieder traf man auf eine dieser winzigen Gestalten, natürlich nur in Form von Salzskulpturen.

Gigantische Holzkonstruktionen halten die Decken, kleine Kanäle verbinden Schächte miteinander, ehe man sich versieht steht man in einem Konzertsaal und fühlt sich klein und denkt an die riesige Menge Gestein über sich. In einer dieser Hallen wurde sogar der Weltrekord des Unterirdischen Fluges aufgestellt, er betrug 2 Meter, aber Weltrekord ist Weltrekord und wer kommt schon auf die Idee in einem Ballon in einem Schacht zu fliegen, der voller brennbarem Gas ist?

Am Ende fuhren wir nach 2 ½ Kilometern Fußmarsch mit einem Fahrstuhl von 130 Metern unter der Erdoberfläche (aber 130 Metern über dem Meeresspiegel) wieder hinauf an die frische Luft, trotz unserer Erschöpfung hatten wir gerade mal 1 % des Bergwerks besichtigt.

Wir hatten uns dazu entschieden nicht das Museum des Bergwerks zu besuchen, sondern nach Krakau zu fahren, was nur ein paar Kilometer weit entfernt liegt. Krakau ist eine wundervolle Stadt, deren Charme von vielen verschiedenen Dingen herrührt.

Den Anfang macht natürlich die Burg, die die Stadt überblickt unter der im Mittelalter, wenn man den Geschichten glauben darf, ein großer Drache lebte, der das Dorf bedrohte. Um ihn zu besänftigen opferte man ihm Jungfrauen. Dies unterband ein Mann, indem er ein Stoff- Schaf mit Pfeffer und Salz füllte, es dem Drachen zum Fraße vorwarf und dieser aus dem naheliegenden Fluss trinken musste, wodurch sein Feuer erlosch.

Vorbei an der Burg durchstrichen wir kleine Gassen mit kunstvoll verzierten Häuserfassaden, die denen hier in Bytom zwar gleichen, allerdings hat Krakau genügend Geld um die Fassaden der Stadt von ihrer besten Seite zu zeigen, anscheinend wurde sie auch im 2. Weltkrieg von Bomben verschont.

In einer Nebengasse des großen Hauptplatzes von Krakau setzten wir uns alle gemeinsam in ein Restaurant und aßen zu Mittag, es war schließlich schon halb Vier und unser Magen hatte bereits unter Tage geknurrt. Nach der Stärkung trennten wir uns von den anderen und spazierten auf eigene Faust durch die Gassen, die manchmal märchenhafte Ecken boten, kleine versteckte Läden und Stände mit Holzarbeiten, Zeichnungen der Stadt und anderen kunstvollen Arbeiten. Wir nutzten die Gelegenheit um ein paar Souvenirs und Postkarten zu kaufen und schossen am Abend viele Fotos von der Kirche und der großen Halle in Mitten des Platzes, auf dem wir uns um viertel nach fünf mit der restlichen Gruppe verabredet hatten. Dort konnten wir sehr gut den Geist der Stadt erfassen.

Müde, erschöpft aber auch glücklich ging es zurück nach Bytom. Eigentlich war für diesen Abend ein Kinobesuch im Kulturzentrum von Bytom geplant, aber nach diesem anstrengenden Tag entschieden wir uns hier zu bleiben und uns zu freuen morgen wieder ausschlafen zu können!

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Tag 9: 01. November 2011 - Allerheiligen

Herzliche Grüße an Allerheiligen aus Polen!

Da Allerheiligen für alle Polen ein sehr wichtiges Fest ist, und daher heute alle Geschäfte, Schulen, und sonstige öffentliche Einrichtungen geschlossen sind, sah unser heutiger Tag sehr entspannt aus.

Natürlich nutzten wir die Gelegenheit um ein wenig auszuschlafen und starteten den Morgen mit einem kurzen und späten Frühstück, da es um halb drei auch schon in die Stadt zum Mittagessen ging. Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, trafen wir uns mit Herrn Cudok im Restaurant Sphinx, welches leicht ägyptisch angehaucht ist. Nach leckeren orientalisch zubereiteten Fleischgerichten, machten wir uns auf zu einem der vielen Friedhöfe von Bytom.

Gemeinsam spazierten wir über den gut besuchten Friedhof mit den vielen Lichtern, den prachtvollen Kränzen und beeindruckenden Mausoleen. Uns fielen die vielen Grabsteine mit deutschsprachigen Gravuren ins Auge, Herr Cudok erklärte uns, dass man nirgends sonst in Bytom so viele in Deutsch gravierte Gräber finden könne.

Nach dem Friedhofsbesuch trennten wir uns von Herrn Cudok und gingen zurück in unsere Unterkunft, auf dem Rückweg wurde es bereits dunkel und wir entspannten uns wieder „daheim“ noch ein wenig bei Schach und einem guten Buch. Später machten sich die Jungen für eine Stunde auf zu dem wenige Meter entfernten Friedhof um ihn auch bei Dunkelheit zu betrachten.

Da wir seit gestern Morgen keinen Internetzugang mehr haben, müssen wir für das Hochladen unserer Berichte den schulischen Computerraum nutzen. Wir hoffen, dass bei morgigem Schulbeginn auch das WiFi wieder wie gewohnt funktioniert und wir wieder regelmäßig Bericht erstatten können.

Wir entschuldigen uns bei allen die in den letzten Tagen unsere Berichte vermisst haben, und vor allem bei Herrn Rembiak, bei dem wir uns übrigens noch für die sehr gute Umsetzung des Blogs bedanken müssen, und den wir leider auch nicht benachrichtigen konnten.

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Tag 10: 02. November 2011 - Bei Blaubeere zu Besuch

Hallo an alle unsere Leser in der heimat oder anderswo,

leider konnten wir an diesem Morgen nicht mehr ausschlafen, denn es war der vorletzte Arbeitstag für uns. Für heute standen zwei Praktika auf dem Plan, zum einen in einem Gymnasium und zum anderen in einer Grundschule weiter außerhalb von Bytom in Stolarzowice, einem kleinen Vorort, wo jeder jeden kennt. Nach dem Frühstück holte uns der Herr ab, der auch auf uns am Flughafen gewartet hatte und fuhr uns zum Gymnasium (kleine Erinnerung: das Gymnasium ist hier eine Schule für Kinder zwischen 13 und 16). Wir wurden dort unglaublich herzlich im Direktorenzimmer von zwei Deutschlehrerinnen und der Direktorin selbst begrüßt. Man nahm uns die Mäntel ab und führte uns kurz durch das Gebäude, dann in den Medienraum, in welchem ein Radioprogramm durchgeführt wird.

Wir setzten uns mit den Schülern und der Lehrerin zusammen und man befragte uns auf Deutsch zu unserer Person, unseren Hobbys, unserer Schule und unserem Eindruck von Polen und Bytom. Die Lehrerin bat uns noch um etwas Audiomaterial, welches man im Hintergrund abspielen könnte und wir gaben ihr die Musik unserer Schulhymne. Wir unterhielten uns mit der Deutschlehrerin, die uns durch das Gebäude geführt hatte und sie erzählte uns, dass sich hier alle wie in einer großen Familie fühlen würden, eine mit über 100 Mitgliedern. Ihre Klasse würde sie sogar gerne „Tante“ nennen.

Danach nahmen wir an einer Englischstunde teil, die an unseren Unterricht erinnerte, mal abgesehen davon, dass die Lehrerin eine interaktive Tafel bediente um ein Quiz über Halloween im Internet, gemeinsam mit den Schülern zu lösen. Davor hatten wir Paar gebildet und setzten uns nun zusammen hin um ein Plakat mit Begriffsdefinitionen zu Halloween-Vokabeln zu basteln. Im Anschluss schrieben wir Faltgeschichten auf Englisch und lasen sie vor.

In der Pause ging es ins Direktorenzimmmer, wo ein unglaubliches Frühstücksbuffet extra auf uns wartete, mit Kuchen, Broten, Gemüse, Obst, Tee und Saft. Wir griffen zu, denn es sah wirklich lecker aus und die Deutschlehrerin unterhielt sich mit uns. Nach Beendigung unsers Brunchs gingen wir zurück in den Medienraum, wo wir diesmal die Schüler befragten und uns ein paar frühere Aufnahmen anhörten.

Dann ging es hinauf in das Dachgeschoss zur Schul-Pädagogin Frau Jagoda (was übersetzt „Blaubeere“ bedeutet), wo wir zuerst dem polnische Gesang der Schüler lauschen durfte, begleitet auf der Gitarre von Jagoda (wie man sie dort einfach nennt). Dann schauten wir uns ein Theaterstück an, welches vor kurzem zum Fest der Deutschen Minderheit hier in Bytom aufgeführt wurde. Es handelt von den alten Spielen, wie Verstecken, Katz und Maus und dergleichen. Hier findet ihr das Youtube-Video des Theaterstücks.

Es folgte noch etwas Chorgesang, wobei auch ein Lied auf Deutsch gesungen wurde und dann sang ein Mädchen ein unglaublich schönes Solo mit Mikro vor, welches uns allen eine Gänsehaut bescherte. Wenn ihr eine ungefähre Vorstellung davon haben wollt klickt hier zum Youtube-Video. Nach heftigem Applaus sangen wir noch einmal das Lied auf Deutsch. Dann wurde gefragt ob wir Instrumente spielen würden, Nathan hatte bereits kurz am Klavier in einem der Deutschräume gespielt, Juliane erzählte davon, dass sie Querflöte spiele und Oliver von seinem Saxophon. Marie berichtete, dass sie in einem Chor singe und ein klein wenig Gitarre spielen würde. Das löste eine ganze Menge Aufregung aus, denn Jagoda war davon überzeugt Marie dazu zu bewegen etwas vor zu spielen und vor zu singen. Zuerst wollte sie nicht, dann ließ sie sich irgendwie doch überreden und sang ein kurzes Stück.

Später sangen wir noch einmal alle gemeinsam ein polnisches Lied und uns wurden auch ein paar Sätze auf Polnisch beigebracht. Am Ende bekamen wir noch ein Stück zu hören und machten ein großes Gruppenfoto. Jagoda verabschiedete uns mit einer herzlichen Umarmung und begleitete uns nach unten in das Direktorenzimmer, wo uns die Direktorin mit „Ihr habt es ja überlebt!“, begrüßte. Wir müssen hier wirklich feststellen, dass die Lehrer und Schüler völlig ungezwungen und offen miteinander umgehen, trotzdem ist niemand respektlos, jeder nimmt auf jeden acht und es ist alles sehr freundschaftlich und niemand wird ausgelacht.

Die herzliche Art von Jagoda hat uns besonders beeindruckt.

Uns wurde noch stolz der gepflegte Schulgarten gezeigt, der genauso wie die Kantine, die Bücherei und die Sporthalle einladend, hell und freundlich wirkt.

Die Deutschlehrerin fuhr uns hinüber zu der etwas weiter entfernten Grundschule, wo uns ein Junge durch die Schüler führte, der gerade einmal 4 Jahre lang Deutsch lernte, es aber fast perfekt sprach! Er wurde trotzdem durch seine Deutschlehrerin unterstützt. Man geleitete uns auch hier durch die Schule und zeigte uns das gut ausgestattete Gebäude. Hin und wieder trafen wir auch Schüler, doch zumeist waren sie zu schüchtern um mit uns zu sprechen.

Dann betraten wir den Deutschraum, wo Schüler aus Adams Klasse (unser „Reiseleiter“) auf uns warteten um uns mit drei Gitarren alte, deutsche Kinderlieder vor zu spielen, wir sangen vergnügt mit. Nathan erwähnte, dass Marie ebenfalls Gitarre spielen und singen würde und so bat man sie auch hier um eine Demonstration. Nach zwei Liedern stellte man uns Bücher vor, die von der Gemeinde handelten und von den Sagen der Gegend. Wir verabschiedeten uns dann von all den netten Menschen und fuhren zurück zum Rathaus, wo wir wieder zu Mittag aßen. Dann ging Juliane nach Hause um zu lernen und zu schlafen, Oliver wollte einen kleinen Bummel durch die Stadt unternehmen und Marie begleitete Nathan zum Klavierüben in das Oberschlesische Museum, wo wir morgen unser Praktikum verbringen werden.

Wir müssen sagen, dass wir noch nie eine so herzliche und glückliche Schule wie diese gesehen haben. Sie hat uns sehr imponiert, der Umgang mit einander, die Atmosphäre, die Kreativität usw.

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Tag 11: 03. November 2011 - Letztes Praktikum

Hallo an alle Leser,

unser letzter Praktikumstag ist vorbei und wir haben gemischte Gefühle. Zum einen freuen wir uns natürlich auf zu Hause, doch zum anderen haben wir auch das Gefühl, dass die Zeit wie im Fluge vergangen ist.

Heute waren wir als Abschluss im Oberschlesischen Museum, nachdem wir den gewohnten Weg von unserer Gastgeber-Schule mit der Straßenbahn in die Innenstadt zurückgelegt hatten. Zuerst wurden wir in einem separaten Ausstellungsgebäude, direkt neben dem Szene-Cafe "Museum" (Was die Namensgebung erklärt) durch eine Ausstellung polnischer Kunstwerke des 19. und 20. Jahrhunderts geführt. Es gibt dort wunderschöne Portraits bei denen man das Gefühl hat die Portraitierten würden einen jeden Moment ansprechen [SDC14501], daneben Landschaften, die wie Fenster in eine andere Zeit, an einen anderen Ort wirken. Zwischendurch wurden uns Details zu Künstlern und Epochen genannt, zuerst auf Polnisch von der Ausstellungsleiterin, dann behelfsweise aber engagiert übersetzt ins Englische von dem jungen Mitarbeiter, der Verwaltung namens Maciek, der sich für uns zur Verfügung gestellt hatte. Dann gab es komplizierte Skulpturen, interpretierbar im Politischen, Religiösen und Soziologischen. Am meisten faszinierte uns aber das "größte" Gemälde Polens.

Weiter ging es in eine Ausstellung kontemporärer Werke, sortiert nach weiblichen und männlichen Künstlern über die Rolle der Frau in der Welt.

Sehr faszinierend waren die Kunstfilme, die Installationen und die Stahlgebilde. Weiter unten führte man uns noch durch eine Exhibition polnischer Möbelstücke, Kleidung und Werkzeuge des letzten Jahrhunderts. Zum Schluss liefen wir noch durch eine Sammlung von verschiedenen, einheimischen Tieren, welche präpariert in die jeweiligen Lebensräume drapiert wurden: See, Feld, Wald, Wiese.

Es war die Lieblingsaustellung unseres Begleiters, was man ihm deutlich anmerkte, denn er begann viele spannende Dinge über die Eigenschaften der Tiere zu erzählen. Plötzlich stand seine Mitarbeiterin Magdalena im Raum und erinnerte uns daran, dass im Hauptmuseum, eine Straße weiter, Kaffee, Kuchen und Tee auf uns warten würden. Wir folgten den beiden in den Konzertsaal, in welchem wir auch schon der Kammermusik lauschen durften. Dort angekommen aßen wir Muffins mit Pudding, tranken Grapefruittee und den besten Kaffee, den wir überhaupt in Polen bisher getrunken hatten. Obwohl es schon ein seltsames Gefühl war inmitten des prachtvollen Saals zu essen.

Das Gesprächsthema wechselte von den Ausstellungen über die unterschiedlichen Schulsysteme bis hin zu unseren Ausflügen in unserer Praktikumszeit. Wir erzählten von Silesia, dem Salzbergwerk und Krakau. Maciek empfahl uns sofort das Krakauer Nachtleben und nahm uns das Versprechen ab, dass wir, sollten wir noch einmal nach Polen kommen zuerst einmal das Museum besuchen und mit ihm das Krakauer Nachtleben erkunden müssen. Dann bekamen wir jeder eine Tüte mit Infomaterial, Visitenkarte, Emailadresse, Postkarten und einen frisch gedruckten Flyer, welchen wir aber selber erst mal falten mussten. Nach einigem hin und her hatten wir es fast alle einigermaßen hinbekommen, nur Maciek hatte den einfachsten Weg gefunden: Das lange Stück Papier wurde einfach zusammengerollt.

Wir bedankten uns für die Einladung, das Essen und die Getränke, die wunderbare Ausstellung und die Einladung wieder kommen zu dürfen und machten uns (mit einigen Umwegen) auf zum Rathaus. Dort aßen wir zu Mittag und trennten uns danach, Nathan ging üben, während Oliver, Juliane und Marie in die Schule zurück fuhren. Nach einer kleinen Pause fuhren wir am Abend zurück in die Stadt, denn Magdalena hatte uns einen Laden benannt, in dem wir eine Fahne von Bytom für Herrn Schürmann erwerben wollten. Leider wurde es vom Bürgermeister verboten die Fahne Bytoms zu verkaufen, wir kauften stattdessen eine Fahne Oberschlesiens.

Morgen werden wir um 12 in einer Oldtimermuseum fahren und uns später noch einmal mit Paulina und Gosia treffen, am Abend besuchen wir noch einmal das Museum um ein paar Bücher zu kaufen und vielleicht finden wir noch das eine oder andere interessante Stück, was wir für eine kleine Präsentation zu Bytom brauchen können.

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Tag 12: 04. November 2011 - Abschied

Zum letzten Mal "Hallo" nach Deutschland,

unser letzter Tag begann mit einem kurzen Frühstück um Sieben, worauf wir uns aber wieder hinlegten, denn erst um kurz vor zwölf wollten wir uns mit Herrn Cudok am Rathaus treffen. Nach einer kleinen Verspätung fuhr man uns in das Oldtimermuseum, wenige Minuten vom Bytom entfernt. Die Ausstellung bestand aus Privatfahrzeugen, die dort im Gegensatz zu Instandhaltung ausgestellt werden durften. Es begann mit einer Sammlung von "neueren" Modellen, wie einem Mercedes 220 S, einem Cadillac und einem Ford. Natürlich waren auch polnische Wagen darunter.

Weiter hinten standen dann die alten Modelle wie ein Nash, der es Juli angetan hatte, ein MG und ein Rollsroyce. Ganz hinten sahen wir auch Automobile vor ihrer Restauration.

In einer Nebenhalle wurden Militärmobile ausgestellt, alle Straßentauglich. Ein Audi machte den Anfang, über Rambo bis zu einer "Biene" ging weiter. Auf der gegenüberliegenden Seite fanden wir einen polnischen "Mistkäfer", ein Feuerwehrauto aus Bytom und ein paar Waffen und kleinere Hilfsmittel vor.

Beeindruckt bedankten wir uns bei den Herren, die uns durch die Ausstellung geführt hatten und verabschiedeten uns. Um 15.00Uhr trafen wir uns mit Herrn Cudok im Restaurant unterm Rathaus, wo wir im Gästebuch des Automobilclubs einen kleinen Gruß hinterließen.

Um 16.00 Uhr waren wir mit Paulina und Gosia am Agora verabredet, kurz lief uns Julia über den Weg, doch sie hatte nicht lange Zeit, denn heute feiert ihre Klasse "Vorabi". Wir entschlossen uns mit Paulina und Gosia Bowlen zu gehen und hatten eine Menge Spaß. Am Abend trafen wir uns mit Herrn Cudok und seiner Arbeitskollegin Malgosia, welche uns zum Abschied kleine Plüschfledermäuse (die stehen für die Johannesnacht) schenkte, später gingen wir noch einmal ins Agora um noch ein paar Besorgungen zu machen. Wir sind erfreut, wie viele Menschen möchten, dass wir wieder kommen und hoffen, dass wir dazu eine Chance bekommen. Das Praktikum war wirklich toll und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, nach Bytom zu kommen!

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Tag 13: 05. November 2011 - Heimflug

Ein letztes Mal Hallo von Marie, Juliane, Oliver und Nathan

Wir aßen heute nicht zum Frühstück, denn bereits um 11.00 Uhr waren wir mit Herrn Cudok zum Mittagessen verabredet. Vorher aber packten wir ein, was wir am Vorabend vergessen oder am Morgen noch benutzt hatten, räumten auf und fuhren dann ein letztes Mal mit der Straßenbahn in die Stadt. Das Museum war noch nicht lange geöffnet und man schloss extra für uns den Shop auf, damit wir zwei Bücher über Bytom für unsere Präsentation im Petrinum kaufen konnten. Dann warteten wir auf dem Marktplatz auf Herrn Cudok, dieser nahm uns noch einmal kurz mit in die Informationsstelle Bytoms um uns noch etwas Info-Material mit zu geben.

Der Koch des Restaurants hatte nur für unseren Abschied einen großen Topf Suppe und Rolada gemacht, was wir hungrig verspeißten. Danach verabschiedeten wir uns dankbar von Herrn Cudok, luden ihn ein uns zu kontaktieren, wenn er mal in Recklinghausen sei und wurden dann in die Schule zurück gefahren, wo wir unsere Koffer abholten, dem Nachtportier ein Dankeschön übergaben und uns ein letztes Mal die Schule ansahen.

Am Flughafen ging alles recht schnell und der Flug selbst verlief doch sehr angenehm. Bald schon sahen wir das riesige "Willkommen" am Dortmunder Flughafen und wir wunderten uns, wie die Zeit so schnell vergehen konnte.

Auslandspraktikum 2011: Die Youtube-Playlist zum Blog

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