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Das Sozialpraktikum am Gymnasium

Das Sozialpraktikum wird an unserer Schule in Kooperation mit dem Areopag durchgeführt. Es fand im Schuljahr 2009/10 erstmalig statt, und zwar für die Schüler der Stufe 10 zunächst auf freiwilliger Basis außerhalb ihres Unterrichts an Nachmittagen oder an Wochenenden. Es wird längerfristig angestrebt, die Teilnahme am Praktikum für alle Schüler der Stufe 10 verbindlich zu machen.

Unsere Schule hat folgendes Modell entwickelt: Die Schüler müssen ein Stundenkontingent von zwei bis drei Wochenstunden „abarbeiten“; die genauen Arbeitszeiten werden von den Arbeitgebern und Schülern zusammen festgelegt, um den Bedürfnissen beider Seiten entgegenzukommen.

Das Schuljahr wird in drei Blöcke von ca. je 12 Wochen aufgeteilt; die Schüler der Stufe 10 werden einem dieser Blöcke zugeordnet. Im Rahmen „ihres“ Blocks müssen die Schüler ihre Pflichtstunden in Absprache mit ihrem Arbeitgeber abgelten (s.o.). Anschließend übernimmt ein Schüler des folgenden Blocks das Arbeitsfeld des vorhergehenden Schülers. Auf diese Weise ist für den Arbeitgeber eine relativ kontinuierliche Unterstützung durch insgesamt 3 Schüler pro Schuljahr gewährleistet, sofern sich 3 Schüler für diesen Praktikumsplatz anmelden. Es wird eine langfristige Zusammenarbeit mit einer begrenzten Zahl von Organisationen angestrebt, aus der sich feste Partnerschaften mit kontinuierlichen Ansprechpartnern entwickeln.

Es wurde für jede an dem Praktikum beteiligte Organisation ein Profil mit einer genauen Beschreibung des Arbeitsfeldes erstellt, damit die Schüler schon im Vorfeld so genau wie möglich über ihre Tätigkeit informiert werden und sich entsprechend darauf einstellen können. Eine Mappe mit diesen Profilbögen liegt in den betroffenen Klassen aus. Wir arbeiten eng mit der Diakonie und der Caritas zusammen, jedoch auch mit Institutionen anderer Träger, so dass unsere Schüler unter einer Vielzahl von Tätigkeitsbereichen wählen können: Kindergärten, Grundschulen (Hausaufgabenbetreuung), Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen, Krankenhäuser, Altenheime, das Hospiz zum Heiligen Franziskus, Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten, Altstadtschmiede etc.

Bei der Verteilung der Praktikumsplätze auf die Schüler nimmt die Schule eine behutsame Steuerung vor um zu gewährleisten, dass jeder Schüler in einem für ihn geeigneten Aufgabenfeld arbeitet.

Das soziale Engagement der Schüler wird durch ein Zertifikat über die geleistete Arbeit dokumentiert. Es wird ferner ein Vertrag aufgesetzt, der von den Schülern und den jeweiligen Institutionen unterschrieben wird.

Während der Durchführung in der Stufe 10 findet die schulische Begleitung durch Lehrer statt, die langfristig, d.h. über mehrere Jahre, als feste Ansprechpartner („Paten“) einer Institution dienen sollen. Pro Praktikumsblock von 3 Monaten besucht dieser Lehrer „seine“ Praktikanten mindestens einmal in der von ihm betreuten Einrichtung. Es wird angestrebt, dass auch in den Institutionen langfristige Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden (s.o.).

Die inhaltliche Begleitung wird durch Honorarkräfte vorgenommen, die uns von dem Areopag vermittelt werden; sie kommen aus dem sozialen Arbeitsbereich und verfügen über praktische Erfahrung. Diese Honorarkräfte sowie die begleitenden Kollegen sind auch für die Vor- und Nachbereitung verantwortlich.

Das Sozialpraktikum verfolgt folgende Ziele:

  • Kennenlernen eines für viele Schüler völlig neuen Lebensbereiches in einer sozialen Institution mit spezifischen Arbeitsabläufen und Aufgabenfeldern

  • Förderung der Bereitschaft zum ehrenamtlichen/freiwilligen sozialen Engagement

  • Entwicklung von Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein im Kontakt mit den Institutionen und betreuten Menschen

  • Verringerung der Berührungsängste im Umgang mit hilfsbedürftigen und notleidenden Menschen

  • Geschlechtsspezifische Förderung der Jungen im Rahmen einer sozialen Tätigkeit

  • Wahrnehmung der Bedürfnisse anderer und Erfahrung der Notwendigkeit der Zurückstellung eigener Bedürfnisse zugunsten dieser Menschen

  • Entwicklung von Geduld, Zuwendung und Empathie

Die Resonanz der Schüler auf das Angebot, ein Sozialpraktikum durchzuführen, ist bisher sehr positiv. Momentan nehmen zwei Drittel des Jahrgangs 10 am Praktikum teil. Die Zahl der Teilnehmer des kommenden Jahrgangs steht noch nicht fest; es zeichnet sich jedoch ab, dass trotz der zu erwartenden großen Arbeitsbelastung durch die Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre (G8) und des Nachmittagsunterrichts in der künftigen Stufe 10 weiterhin eine hohe Motivation besteht.

Ute Strobel
(Organisatorin des Praktikums)