
Dem Fach Latein haftet oft das Vorurteil an, besonders schwer zu sein. Im Prinzip kann aber jeder Latein lernen, schließlich sprachen nicht nur in Rom alle Menschen Latein - dies allerdings als Muttersprache -, auch andere Völker wie Gallier, Briten und Spanier erlernten im Zuge der Ausbreitung des römischen Reiches in kürzester diese Sprache und verwendeten sie gleichwertig neben ihren Muttersprachen. So einfach ist es für uns heute zwar nicht mehr. Dennoch ist Latein sicherlich nicht schwerer als andere Fremdsprachen, als Französisch, als ein gebildetes Englisch oder aber auch als Mathematik oder Physik. Ganz im Gegenteil weisen die lateinische Sprache und damit auch der Lateinunterricht einige Merkmale auf, die vielen Schülerinnen und Schülern sehr entgegen kommen:
Dennoch muss natürlich fest gehalten werden, dass es ohne Fleiß, Geduld und Engagement schwierig sein dürfte, in Latein zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, aber dies gilt nicht minder für jedes andere Unterrichtsfach. Vor allem in den ersten beiden Lernjahren dürfen hierbei, wie auch in jeder modernen Fremdsprache, keine Lücken im Bereich des Wortschatzes oder der Grammatik entstehen, weil in Latein als einem sequentiellen Fach stets ein schrittweiser Aufbau auf den Grundlagen erfolgt. Insofern ist Latein aber auch ein sehr ehrliches Fach, denn wer regelmäßig arbeitet, wird auch regelmäßig die Früchte seiner Arbeit ernten. Wer daher den übrigen Fächern des Gymnasiums gewachsen ist, der schafft es, auch Latein zu lernen.