
Was bedeutet "Latein plus"?
Was spricht für "Latein plus"?
Welche Unterrichtsinhalte werden behandelt?
Welche Lehrbücher werden verwendet?
Welche Originaltexte werden nach der Lehrbuchphase gelesen?
Wie erwirbt man ein Latinum?
Welche Regelungen gelten für die Zentrale Prüfung 10?
Was bedeutet "Latein plus"?
Der Begriff „Latein plus“ bezeichnet die aus der traditionell altsprachlichen Ausrichtung des Gymnasiums erwachsene Möglichkeit, am Petrinum Latein und Englisch parallel ab der Jahrgangsstufe 5 zu erlernen. Zu diesem Zweck wird in jedem Schuljahr eine der neuen fünften Klassen als Lateinklasse eingerichtet, deren Stundentafel nach dem Lehrgang "Latein Plus" strukturiert ist. Bei diesem Modell wird Englisch als fortgeführte Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 5 dreistündig, in der Jahrgangsstufe 6 zweistündig unterrichtet; das Fach Latein umfasst in den Jahrgangsstufen 5 und 6 jeweils vier Wochenstunden. Die Wahl einer weiteren Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 6 entfällt (vgl. die
Stundentafel für die Erprobungsstufe). Der Wunsch nach einer Teilnahme am Modell "Latein Plus", also einer Aufnahme in die Lateinklasse der Jahrgangsstufe 5, kann im Zuge der Neuanmeldung am Petrinum für die Jahrgangsstufe 5 angezeigt werden. Diese Wahl ist bindend für den gesamten Bereich der Sekundarstufe I, dass heißt eine Abwahl der (ersten) Fremdsprache kann erst mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe nach Klasse 9 erfolgen.
Durch die Möglichkeit „Latein plus“ anzuwählen, ergibt sich automatisch ein Schwerpunkt in der Ausbildung sprachlicher Kompetenz. Dieses Modell verbindet die Vorteile der beiden Sprachen Latein und Englisch: der strukturierte Zugriff auf eine Fremdsprache im Lateinischen einerseits und die Kommunikationskompetenz im Englischen andererseits.
Ein zwischen den Fachschaften Latein und Englisch abgestimmter Lehrplan sorgt dafür, dass der Nutzen der Zusammenarbeit beider Fächer (Synergieeffekte) klar zutage tritt. Im Bereich des Wortschatzes werden die Möglichkeiten zur Ableitung von Vokabeln und bekannten Lehn- und Fremdwörtern aufgezeigt und genutzt, im Bereich der Grammatik gelangen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise durch den Vergleich des Satzbaus oder durch die Verwendung einer übereinstimmenden Terminologie zu einem besseren Verständnis von Sprache. Diese Synergieeffekte erleichtern das Erlernen von zwei Fremdsprachen schon in Klasse 5.
Die Entscheidung für Latein als früh einsetzende Fremdsprache bedeutet demnach nicht mehr eine Unterbrechung des Englisch-Lehrgangs!
Was spricht für "Latein plus"?
„Latein plus“ bietet den Schülern den Reiz des Neuen. Beim Übergang zum Gymnasium ist Latein, nachdem Englisch bereits in der Grundschule eingeführt ist, das einzige Fach, das vom Zugriff auf Sprache, von der Methodik wie von den Inhalten (z.B. Alltag im alten Rom, Pompeji u.v.m.) her Neues bietet. „Neugierige“ Schülerinnen und Schüler wollen nach der Grundschule etwas Neues lernen und brauchen diese Herausforderung. Zudem ist es entwicklungspsychologisch erwiesenermaßen günstig, zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung des Kindes das Erlernen von Fremdsprachen zu fördern. Aufgrund des ausgeprägten methodischen Kontrastes zwischen dem Erlernen des Lateinischen und des Englischen besteht für die Schülerinnen und Schüler keine Gefahr der Konfusion.
Das „Latein plus“-Modell bietet ein Mehr an Zeit im Lateinischen. Gegenüber einem Beginn in Klasse 6 steht ein ganzes Jahr mehr an Lernzeit zur Verfügung, so dass in behutsamerer Progression vertieftes Wissen und zentrale Kompetenzen besonders effektiv erworben werden können. Dazu gehört auch, dass den Schülerinnen und Schülern Exkurse in den Tochtersprachen Italienisch oder Spanisch angeboten werden können.
Aufgrund der Synergieeffekte werden die Schülerinnen und Schüler etwa in der 7. Klasse in Englisch den Stand ihrer Mitschüler erreicht haben, die in der 5 mit Englisch begonnen haben.
„Latein plus“ ist ein Angebot an alle lern- und leistungswilligen (nicht jedoch speziell an hochbegabte) Schülerinnen und Schüler!
Welche Unterrichtsinhalte werden behandelt?
Die Unterrichtsinhalte im Lehrgang Latein 5 (Latein Plus) sind in der Sekundarstufe I ausgerichtet an den Vorgaben des Kernlehrplans, der die zentralen Kompetenzen nennt, die von den Lernenden in den Bereichen Sprache, Texte, Kultur und Methoden am Ende der Jahrgangsstufen 6, 8 und 9 zu erreichen sind.
Die Konkretesierung des Kernlehrplans für die unterrichtliche Arbeit am Petrinum finden Sie im Schulinternen Curriculum Latein (L5) (in Arbeit).
Welche Lehrbücher werden verwendet?
Als Lehrbuch für die Lateinklasse im Rahmen des Modells "Latein Plus" wird am Petrinum das dreibändige Werk
Felix - Ausgabe B - Das Lateinbuch I-III,
herausgegeben von Klaus Westphalen, Clemens Utz,
C.C. Buchners Verlag Bamberg,
ab der Jahrgangsstufe 5 verwendet und den Schülerinnen und Schülern in der Regel seitens der Schule zur Verfügung gestellt. Dieses Lehrwerk ist in seiner Gestaltung und Progression speziell auf die besonderen Anforderungen eines bereits in der Klasse 5 einsetzenden Lateinlehrgangs zugeschnitten und wird von der Schule als Lehrmaterial gestellt. Eine ansprechende Gestaltung der Bände, abwechslungsreiche Übungen sowie umfangreiche über den Verlag erhältliche Zusatzmaterialien sind Kennzeichen dieses modernen Lehrwerks
Die sukzessive in den Jahrgangsstufen 5-8.1 durchzunehmenden Bände dieses Lehrbuches bieten als Komplettpakete jeweils den Vorteil einer ökonomischen Verbindung von Texten, Übungen, Grammatikeinheiten und Vokabelpaketen in nur einem Buch. Auf diese Weise wird für die Lernenden im Vergleich mit anderen Lehrwerken, die mitunter ein paralleles Arbeiten an separaten Textbüchern, Grammatikbüchern und Vokabelheften erfordern eine deutliche Entlastung hinsichtlich der Organisation und des Transportes ihrer Unterrichtsmaterialien erreicht.
Welche Originaltexte werden nach der Lehrbuchphase gelesen?
Die an die mit dem Lehrbuch verknüpfte Sprachserwerbsphase anschließende Lektürephase soll den Lernenden helfen, in der Auseinandersetzung mit lateinischen Originaltexten verschiedener Epochen und Gattungen ihre bereits erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit lateinischen Texten zu wiederholen, zu vertiefen und zu erweitern.
In einer ersten Übergangsphase in der Jahrgangsstufe 8.2 soll anhand einfacher Originaltexte der Übergang von den diktatisierten Lehrbuchtexten zu den lateinischen Originalen erleichert und durch die Thematisierung vorzugsweise neu- oder mittellateinischer Texte ein Blick über die Antike hinaus gewagt werden.
Dann folgende Lektüresequenzen der Sekundarstufe I dienen vor allem der Lektüre der lateinischen Klassiker des ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderts (vgl. das
schulinterne Curriculum für die Lektürephase). Die Auswahl der Autoren und Texte, welche in der Jahrgangsstufe 10 gelesen werden, richtet sich nach den Vorgaben für die Zentrale Abschlussprüfung 10.
Wie erwirbt man ein Latinum?
Die bundeseinheitliche Qualifikation des Latinum wird im Rahmen des Modells "Latein Plus" bei durchgängigem Besuch des Lateinunterrichts von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 zuerkannt bei mindestens ausreichenden Leistungen im Fach Latein am Ende der Klasse 10.
Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler eröffnet sich ferner die Möglichkeit, das Latinum im Rahmen einer zentralen Prüfung bereits am Ende der Klasse 9, also vor dem Übergang in die gymnasiale Oberstufe zu erlangen.
Um den Erfordernissen bei einer Reihe von Studiengängen entgegenzukommen, wird für das Land Nordrhein-Westfalen ferner ein (allerdings nicht bundesweit anerkanntes) Kleines Latinum zuerkannt, wenn die für die Vergabe des Latinum oben genannten Bedingungen nicht erreicht wurden, aber im Fach Latein am Ende des der Vergabe des Latinum vorausgehenden Schuljahres (Klasse 9) oder Schulhalbjahres (Klasse 10.1) mindestens ausreichende Leistungen nachgewiesen wurden.
Welche Regelungen gelten für die Zentrale Prüfung 10?
Seit dem Schuljahr 2006/2007 werden der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) und der Hauptschulabschluss nach Klasse 10 in einem neuen Abschlussverfahren vergeben, deren Kern schriftliche Prüfungen mit zentral gestellten Aufgaben am Ende der Jahrgangsstufe 10 in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache bilden ("Zentrale Prüfung 10"). Schüler, die ab der 5. Klasse im Rahmen des Modells "Latein Plus" Latein und Englisch erlernt haben, können je nach Interessen und Erfoglsausichten individuell auswählen, ob sie die Zentrale Prüfung 10 in Latein oder in Englisch ablegen ablegen.
Vor diesem Hintergrund sind die Unterrichtsinhalte im Rahmen des Modells "Latein Plus" in der Jahrgangsstufe 10 an den für die Zentrale Prüfung 10 verbindlichen Unterrichtsvorgaben ausgerichtet, die (etwa für das Schuljahr 2009/2010) eine Lektüre der klassischen Autoren Ovid (Metamorphosen) und Cicero (4. Philippica) vorsehen.
Weitere Informationen zur Zentralen Prüfung 10 (Ziele, Durchführung und Festsetzung der Abschlussnote, Unterrichtsvorgaben und Beispielaufgaben, Termine) finden sie auf den offiziellen
Informationsseiten des Ministeriums.