
Einmal im Schuljahr – zumeist zwei Wochen vor den Sommerferien – führt die Theater-AG des Gymnasium Petrinum (Jgst. EF bis 13 bzw. Q2, evtl. auch mit Gastrollen jüngerer Schülerinnen und Schüler) ein abendfüllendes Stück auf. Zwischen zwanzig und vierzig Schülerinnen und Schüler engagieren sich bei Organisation, Bühnenbau, Technik, Maske, Kostümen, Requisite, Musik und Schauspiel. Selbst Ehemalige arbeiten u. U. hinter den Kulissen am Erfolg der Produktionen mit.
Nach der Komödie „Das Haus in Montevideo“ (von Curt Goetz, 2005), dem Kriminalstück „Die Mausefalle“ (von Agatha Christie, 2006) und der Revue-Operette „Im weißen Rössl“ (von Ralph Benatzky und Robert Gilbert, nach dem gleichnamigen Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg 2007) stand 2008 „Die Feuerzangenbowle“ von Heinrich Spoerl auf dem Spielplan. Für 2009 wurde das Crimical „Mord im Orientexpress“ (von Agatha Christie, in der Dramatisierung und deutschen Übersetzung von W. Gerlach) einstudiert (Musik: Chris de Burgh, Arrangements: Wolfgang Becker, Liedtexte: W. Gerlach).
2010 stand Jane Austens „Stolz und Vorurteil" auf dem Programm, ein Stück, das nicht nur wegen seiner Kostümierung viel Beachtung fand. 2011 gab es die turbulente Komödie „Don Camillo und Peppone".
Die Proben der Theater-AG, die sich für 2012 João Bethencourts, „Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde“ ausgewählt hat, laufen auf Hochtouren. In diesem Stück geht es um Papst Albert IV. (Angelina Jesse), der sich nach seiner anstrengenden Reise nach New York ein paar Tage Ruhe gönnen möchte. Er verlässt das Hotel durch den Hinterausgang und steigt in das Taxi von Sam Leibowitz (Matthias Zajonz). Dieser hat die Idee, den Papst zu entführen und fährt mit ihm nach Hause zu seiner Frau Sara (Lisa Weber). Diese fragt ihn, warum er das getan habe. Seine lapidare Antwort lautet: „Die Gelegenheit war günstig“. Wie werden die anderen Familienmitglieder darauf reagieren und wie viel Lösegeld kann man für einen Papst verlangen?
Das Stück wird am 20. / 22. / 24. / 26. 06. 2012 jeweils um 19.30 Uhr aufgeführt.
Es gelten für die Planung und Durchführung einer Produktion einige generelle Prinzipien:
Alle Schülerinnen und Schüler, die auf der Bühne spielen wollen, bekommen dazu die Möglichkeit.
Jedes Theaterstück wird auf die Bedürfnisse der Arbeitsgemeinschaft zugeschnitten bzw. an die baulichen Gegebenheiten unserer Aula angepasst, zum Teil mit erheblichem Zeitaufwand.
Jedes Stück enthält extra dafür geschriebenes Lied(text)material
Immer wird ein „Special Guest“ eingearbeitet.
Die Vorbereitungen beinhalten regelmäßige Proben an jedem Dienstagabend, deren Dauer sich im Verlauf der Probenzeit sehr schnell steigert von einer Doppelstunde bis hin zu fünf Zeitstunden. Hinzu kommen ab dem jeweiligen Frühjahr Sonntagsproben in gleicher Länge. Nötigenfalls werden Sonderproben eingeschoben, so dass bis zur Generalprobe unter Aufführungsbedingungen alles reibungslos funktioniert. Ein Intensiv-Wochenende im Pfadfinderheim „Schule Beck“, in Dorsten Lembeck, rundet die Probenarbeit ab.
Zum AG-Bereich gehört des Weiteren die Planung und Durchführung der Bühnengestaltung mit einer speziellen Schülergruppe, dem Bühnenbau. Requisite, Maske und Organisation der äußeren Rahmenbedingungen (Plakate, Sponsoring, Catering an den Aufführungsterminen etc.) ergänzen zusammen mit der engen Kooperation mit der Technik-AG (Licht, Sound, Aula-Beamer usw.) unsere Arbeit.
Ein typischer Ablauf einer Probe sieht so aus, dass zuerst einige Sprechübungen gemacht werden, dann wird das im Voraus geplante Szenepensum geprobt und anschließend besprochen, gegebenenfalls, nach einer Pause noch mindestens einmal wiederholt. In der AG stehen die schulischen Leistungen außen vor. Die Mitglieder der Theater-AG berichten auch, dass sie durch das Auftreten auf einer Bühne vor Publikum und die Arbeit in der AG mehr Selbstbewusstsein bekommen haben und sie noch besser gelernt haben, mit anderen zusammenzuarbeiten.
Fazit: Da zwischen 600 und 700 Zuschauer die alljährlichen Aufführungen besuchen, haben die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG mit ihrem gemeinsam erarbeiteten Produkt ein Erfolgserlebnis, das in diesem Ausmaß im schulischen Bereich seinesgleichen sucht.
Wolfgang Gerlach