„Überrascht hat mich der Fakt, dass es immer noch so viel Judenhass gibt. Ich hätte erwartet, dass es deutlich weniger davon gibt, jedoch hat die Begegnung mit Ben Salomo gezeigt, dass der Judenhass immer noch sehr aktiv ist und dass Juden immer noch diskriminiert werden“, lautete eine Rückmeldung aus der Klasse 09B des vergangenen Schuljahres 2025/26. Ben Salomo war einigen Jugendlichen mit seiner Show „Rap am Mittwoch“ bekannt, die durch prominente Teilnehmer und regelmäßige Ausstrahlung national namhaft wurde, er sie jedoch 2018 einstellte, was er mit dem „Antisemitismus innerhalb der Rap-Szene – oftmals mit dem Deckmantel des Antizionismus, des Hasses auf Israel“ begründete. Seit 2019 hält Salomo in ganz Deutschland Vorträge an Schulen, um Jugendliche auf das Rassismus- und Antisemitismusproblem in der deutschen Rapszene aufmerksam zu machen, für antisemitische Codes im Deutschrap zu sensibilisieren – und hier traf er einen Nerv: „Mich hat überrascht, dass sehr viele Rapper in ihren Texten judenfeindliche Worte verwenden“, „Ich fand gut, dass Ben uns auf judenfeindliche Merkmale, z.B. in Musikvideos aufmerksam gemacht hat“, auch bleibe für einen Schüler stark im Kopf, wie Bens Familie von einem anderen Rapper bedroht und Salomos Auto angezündet wurde. Doch nicht erst als Musiker war er der schmerzlichen Erfahrungen antisemitischer Hetze ausgesetzt: Bereits im Alter von elf Jahren verstieß ihn sein damaliger bester Freund von heute auf morgen, die geäußerte antisemitische Beleidigung trifft Ben heute mehr als der damalige Schlag ins Gesicht. Die Jugendlichen lauschten aufmerksam seinen sehr persönlichen und bedrückenden Worten: „So konnte man sich besser in die Sichtweise eines jüdischen Menschen versetzen“ und man könne sich bewusstwerden, wie präsent diese Hetze für Jüdinnen und Juden tagtäglich sei. Am Ende des Vortrages war jeder von seinem Sitzplatz aufgestanden. Warum? Ben Salomo hatte immer wieder die Frage danach gestellt, in welchen Situationen den Jugendlichen bereits Antisemitismus begegnet sei. Negativ überrascht fielen die nachdenklichen Äußerungen aus: „Wir werden öfter mit Antisemitismus konfrontiert als gedacht. Das Hakenkreuz, das auf den Tisch gekritzelt ist, ist eines von hunderten Formen des Judenhasses.“ „Kaum jemand wusste, wie viel Antisemitismus uns eigentlich im Alltag begegnet! Dieser kann in WA-Stickern oder Schmierereien versteckt sein und wäre einem früher gar nicht aufgefallen.“ Doch seine Wirkung hat Ben Salomos Vortrag nicht verfehlt. Denn die Jugendlichen resümierten, dass sie gelernt hätten, dass man auf jeden Fall etwas sagen solle, wenn man antisemitische Zeichen bemerke, dass man nicht wegschauen dürfe: „Mir wird die Begegnung lange in Erinnerung bleiben und zukünftig fällt mir vermutlich viel Judenhass auf, gegen den ich mich auch einsetze.“
Wir danken der Konrad-Adenauer-Stiftung, die die Vortragsreihe Ben Salomos in Schulen unterstützend begleitet und der GCJZ Recklinghausen für die Vermittlung dieses Angebotes.
