Im Rahmen des MusikLabs, einer Veranstaltung, die interessante Einblicke in musikspezifische Einrichtungen bietet, haben wir dieses Mal der Neuen Philharmonie Westphalen einen Besuch im Depot in Recklinghausen abgestattet. Dort angekommen hat uns der Konzertpädagoge und Orchestermusiker Roland Vesper in Empfang genommen und uns ein wenig Hintergrundwissen zu diesem Orchester gegeben. Ich fand es besonders beeindruckend, wie viele Konzerte die Neue Philharmonie in kürzester Zeit hintereinander gibt. Es sind aber natürlich alles auch Profimusiker. Und genau denen konnten wir anschließend bei einer Probe unter Leitung von Markus Huber, Chefdirigent der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach, lauschen. Danach hatten wir das Glück, dass er seine Pause aufopferte, um uns ein paar Fragen zu beantworten und uns etwas über sein Schaffen zu berichten. Er erzählte, wie er zu seinem Beruf kam und darüber, wie er sich auf solche Proben vorbereitet.
Das ist ein wirklich interessanter Einblick, denn ich habe mir über so etwas noch nie Gedanken gemacht. Markus Huber beschrieb uns, wie er eine Partitur vorbereitend liest, erst die Stimmen einzeln, dann setzt er sie Stück für Stück zusammen. Außerdem sagte er etwas, was ich sogar auch ohne, dass ich vorhabe mal zu dirigieren, mitnehmen kann. Er erzählte nämlich, wie er die Stücke interpretiert und sie zu einem Kunstwerk macht, denn die bloßen Noten spielen könnte jeder. Als passendes Beispiel nutzte er die Magic-Eye Bücher, bei denen es die Aufgabe ist, ein 3D Objekt in einem bunten Muster zu sehen, wofür man auf besondere Weise darauf schauen muss. Das übertrug er auf die Stücke, die er dirigiert, indem er sich viele Hintergrundinformationen anschaut, wie zum Beispiel die Herkunft des Stückes, das Alter des Komponisten und sogar dessen Körpergröße. Das war wirklich sehr interessant.
Abschließend sind wir dann noch ins Café Sternemann gegangen, haben dort Brötchen und anschließend ein Stückchen Kuchen essen können.
