Emanuel Schaffer gilt als erfolgreichster Fußballnationaltrainer Israels – doch seine Biografie erzählt weit mehr als eine Sportlerkarriere. In Recklinghausen geboren, entkam er nur knapp dem Holocaust. Als einziger seiner Familie überlebte er die NS-Zeit, fand auf der Flucht bis nach Alma Ata zurück zum Fußball und wanderte nach 1945 nach Israel aus. Dort machte er als Spieler, Trainer und Geschäftsmann Karriere und trug zur Annäherung zwischen Israel und Deutschland bei. Eine besondere Rolle spielte dabei seine Freundschaft mit Hennes Weisweiler.
Der Vortrag von Prof. Dr. Lorenz Peiffer beleuchtet das außergewöhnliche Leben Emanuel Schaffers und dessen Bedeutung für Sport und Zeitgeschichte. Prof. i. R. Dr. Lorenz Peiffer, geb. 1947 ist Historiker und Sportwissenschaftler. Bis zu seinem Ruhestand 2015 war er Professor für Sportpädagogik mit dem besonderen Schwerpunkt Sozial- und Zeitgeschichte des Sports an der Leibniz-Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Sport im Nationalsozialismus und der Deutsch-jüdische Sport in den 1920er und 1930er Jahren.
Zu seinen Veröffentlichungen gehören:„Einig – Furchtlos – Treu“. Der Kicker im Nationalsozialismus. Eine Aufarbeitung (zus. mit Henry Wahlig); Walter Janßen – Der Westersteder Schuhmachermeister und Leichtathlet. Seine nahezu unglaubliche Karriere. 2021; Emanuel Schaffer. Zwischen Fußball und Geschichtspolitik. Eine jüdische Trainerkarriere (zus. mit Moshe Zimmermann, 2021); Juden im Sport während des Nationalsozialismus. Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen (zus. mit Henry Wahlig, 2012).
Es handelt sich um eine Veranstaltung der VHS Recklinghausen in Kooperation mit dem Gymnasium Petrinum.
Termin: Dienstag, 10.02.2026, 19.00-20.30 Uhr
Ort: Sitzungssaal R1.01 im Willy-Brandt-Haus der VHS, Herzogswall 17, 45657 Recklinghausen
