Gedenken an Jüdische Petriner - eine Schülerin berichtet vom Projekttag der Stufe 8

11. Feb 2026 Zurück zu Aktuelles

Am 19. Januar 2026 verbrachte die Stufe 8 einen Projekttag zur Erinnerungskultur. Dieser zweite Baustein im Konzept zur Erinnerungskultur am Gymnasium Petrinum findet jedes Jahr anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (27.01.1945) statt. Wir wurden bei diesem ganztägigen Projekttag über den Holocaust und die Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung informiert. Besser gesagt über die Menschen, die zu Opfern der Nationalsozialisten in Recklinghausen wurden – und zum Teil auch an unserer Schule als Schüler lernten.

Der Projekttag hat bei uns Schülerinnen und Schülern einen bleibenden Eindruck hinterlassen, besonders durch den Einsatz von anschaulichem Material, wie dem Kurzfilm „Der Krieg und Ich“ (Kinder- und Jugendserie von der ARD). Dieser war für viele sehr emotional und hat uns vor Augen geführt, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder geschehen darf.

Auf dem Schulhof hängt am Gymnasium Petrinum außerdem eine Erinnerungstafel mit Namen von ehemaligen jüdischen Schülern, die Opfer des Holocaust wurden. Unter den Namen ist jeweils ein QR-Code zu finden, welcher zu einer Internetseite führt, die über das Leben der jüdischen Petriner informiert. Man findet dort Zeugnisse, Klassenfotos, Audiodateien, die vorgelesene Briefe beinhalten, Wohnorte und viele weitere Informationen über ihr Leben, eben als Mitglieder unserer Schulgemeinschaft.

Bei der Beschäftigung mit diesen realen Personen aus unserer Nachbarschaft fiel uns auf, dass es sich um ganz nahbare Menschen handelte, Menschen wie du und ich. Als wir die Fotos der Zeugnisse herangezoomt haben, haben wir uns vorgestellt, wie sich die Personen über eine gute Note gefreut haben oder wie sich zum Beispiel der ehemalige Schüler Oscar Cosmann, welcher nach dem Abitur 1903 Chemie studierte, für neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit interessieren würde. Eine weitere Person, mit der wir uns beschäftigt haben, hieß Jakob Faßbender. Er machte gemeinsam mit Oscar Cosmann Abitur und wurde Rechtsanwalt. Er gründete eine Familie, welche durch den Holocaust zerstört wurde. Jeder dieser Menschen hatte eine Familie und Interessen, die ihnen durch den Holocaust genommen wurden.

Zusätzlich, zu der Beschäftigung mit den Gedenktafeln, haben wir im letzten Teil des Projekttages eigene Gedenktafeln digital gestaltet, zu weiteren ehemaligen jüdischen Schülern unserer Schule. Insgesamt fanden wir den Projekttag sehr lehrreich, emotional und gelungen.

Von: Katerina Wildner (08A)