Kollegiumsfahrt in die schöne Stadt Weimar: Licht und Schatten der Vergangenheit?!

27. Oct 2025 Zurück zu Aktuelles

Jeden Menge kulturelle Highlights, geschichtliche Ereignisse und kulinarisches Beisammensein erwarteten uns auf der zweieinhalbtägigen Kollegiumsfahrt nach Weimar Ende September. Über 30 Kolleginnen und Kollegen des Gymnasium Petrinum nahmen an dem Seminar, organisiert durch die „Europäische Akademie Bonn“, teil und machten sich am Freitagm, dem 26. September, per Reisebus auf in die schöne Stadt berühmter Dichter, Denker und Musiker. Pünktlich nach der vierstündigen Anreise setzte ein kräftiger Regen ein, der unsere fußläufige Stadtführung ein bisschen „ins Wasser fallen“ ließ. Doch waren die meisten ungetrübt guter Stimmung, nahmen erste Eindrücke, historische Fakten sowie architektonische Highlights beim nassen Rundgang durch die Altstadt auf.

Später ging es zum gemütlichen Abendessen in das Restaurant „Jagemanns“, wo neben einem leckeren Kaltgetränk auch lokale Hausmannskost serviert wurde, um die ersten Erlebnisse des Tages in gemütlicher Runde auszutauschen. Unsere Unterbringung im Hotel „Leonardo“ war – darf man sagen – ziemlich komfortabel: die Zimmer waren geräumig, die gemütliche Hotelbar war bis Mitternacht geöffnet, es gab einen Pool und sogar ein Gym, das von einigen der Sportler unter uns am frühen Morgen genutzt wurde. Passend zum Sport fiel das Frühstück anschließend ziemlich üppig aus, so dass man gar nicht alle Köstlichkeiten probieren konnte. Gut genährt starteten wir den Samstag – wie soll es anders für Lehrkräfte eines humanistischen Gymnasiums sein – mit einem Besuch des Goethehauses. Goethes Biografie, seine Werke, sein Schaffen,… standen im Vordergrund der Ausstellung des Goethemuseums, und bei der Führung durch Goethes damalige Wohnbereiche konnte man einen Eindruck jener Zeit erhalten. Nach kurzer Mittagspause fuhr uns unser Busfahrer Piri zu der etwas außerhalb gelegenen Gedenkstätte Buchenwald.

Mit den Abgründen der Zeit des Nationalsozialismus‘ durch den Besuch des ehemaligen KZ konfrontiert zu werden, lies niemanden unberührt. Die Eindrücke, die entstehen, wenn man neben den rostigen Gleisen des früheren KZ-Bahnhofs steht, wenn man die Erzählungen über die Misshandlungen auf der ‚Blutstraße‘ hört oder auch der Anblick des Krematoriums sowie des Leichenkellers bedürfen keiner weiteren Beschreibung. Was macht man nach so einem Nachmittag? Wie geht man mit solchen Emotionen um? Jeder Teilnehmer beantworte diese Fragen für sich in einer längeren Pause nach der Besichtigung der Gedenkstätte… Samstagabend! Es war gar nicht so einfach, eine Lokalität für den zweiten gemeinsamen Abend zu finden. Folglich beschlossen wir, einfach erneut in dem Restaurant „Jagemanns“ einzukehren, dort einen gemeinsamen, unterhaltsamen, wenn diesmal auch etwas nachdenklicheren Abend zu verbringen. Zwar stand am nächsten Tag die Rückreise bevor, jedoch gab es noch einen letzten Programmpunkt: den Besuch im „Haus der Weimarer Republik“.

Die Geschichte der jungen und leider wackeligen Demokratie, das Erstarken der Nationalsozialisten und schließlich der Eintritt in den Zweiten Weltkrieg wurden in dem vor knapp zwei Jahren eröffneten Museum anschaulich, multimedial und sehr abwechslungsreich präsentiert. Absolut empfehlenswert! Begann dieses gemeinsame Wochenende mit prasselndem Regen, so beruhigte sich das Wetter am Samstag, und Sonntag konnten wir die letzten Stunden bei strahlendem Sonnenschein in der schönen Altstadt von Weimar verbringen. Mal sehen, wo es uns in zwei Jahren hin verschlägt, wenn hoffentlich das nächste kulturell-kollegiale Wochenende in einer europäischen Stadt ansteht…

Von: Harri Gellert