Bochum, 9. Juli 2026 – Wochenlang recherchiert, getüftelt, Ideen ausprobieren, Bauteile gedruckt und kurz vor dem Ziel noch einmal improvisieren – für Ella und David vom Petrinum-Gymnasium war der Jugendwettbewerb im Bereich 3D-Druck an der Ruhr-Universität Bochum ein ganz besonderes Erlebnis. Zum ersten Mal nahmen sie an einem 3D-Druck-Wettbewerb teil. Dabei konnten sie Universitätsluft schnuppern und erleben, wie ingenieurwissenschaftliche Entwicklungsprozesse in der Praxis funktionieren. Am Ende wurden ihre Ausdauer und ihre kreative, lösungsorientierte Arbeitsweise von der Jury mit einem hervorragenden 2. Platz unter 17 Teams belohnt. Wochen vor dem Wettbewerb begann für die beiden die eigentliche Arbeit. Als Einsteiger in den Bereichen 3D-Druck stand zunächst eine intensive Recherche zu 3D-Druckerzeugnissen, den Wettbewerbsaufgaben und möglichen Lösungsansätzen auf dem Programm. Wie lassen sich die gestellten Aufgaben überhaupt als Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe lösen? Welche Konzepte und Mechanismen haben sich bewährt? Und welche Ideen lassen sich mit den Möglichkeiten eines 3D-Druckers umsetzen?
Schnell wurde deutlich, dass es nicht die eine perfekte Lösung gibt. Stattdessen analysierten Ella und David unterschiedliche Konstruktionen, verglichen verschiedene technische Ansätze und kombinierten schließlich die vielversprechendsten Ideen zu einer eigenen Gesamtkonstruktion. Dieses intelligente Kombinieren und Weiterentwickeln bestehender Lösungsansätze gehört auch im Ingenieurwesen zum Alltag. Innovation entsteht häufig dadurch, dass bewährte Ideen neu miteinander verknüpft und an konkrete Anforderungen angepasst werden. Genau diesen Entwicklungsprozess durchliefen die beiden während ihrer Vorbereitung. Das Wettbewerbsthema in diesem Jahr stand ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. In der ersten Disziplin musste ein Ball aus einer festgelegten Startposition möglichst präzise auf das Tor geschossen werden.
Besonders anspruchsvoll war dabei, verschiedene Zielbereiche im Tor zu treffen, die jeweils unterschiedlich viele Punkte einbrachten. In einer zweiten Aufgabe musste der Ball von den Ecken aus mit einem gezielten Drall ins Tor befördert werden – eine zusätzliche Herausforderung, die hohe Anforderungen an Konstruktion, Abstimmung und Präzision stellte. Als Grundlage ihrer Lösung entschieden sich Ella und David für eine bewährte Katapultkonstruktion, die sie mit verschiedenen selbst konstruierten und 3D-gedruckten Bauteilen ergänzten. Viele kleine Ideen griffen dabei ineinander und bildeten schließlich ein funktionierendes Gesamtsystem, das den Wettbewerbsregeln entsprach und die erste Aufgabe erfolgreich lösen konnte.
Am Wettbewerbstag zeigte sich allerdings, dass zwischen Planung und Praxis manchmal kleine Unterschiede liegen. Vor Ort mussten die beiden ihre Konstruktion zunächst selbst zusammenbauen. Dabei stellte sich heraus, dass einzelne Bauteile aufgrund kleiner Fertigungstoleranzen nicht ganz so präzise zusammenpassten wie ursprünglich geplant. Doch genau solche Situationen gehören zur technischen Entwicklung dazu. Statt sich davon aus der Ruhe bringen zu lassen, passten Ella und David ihre Konstruktion direkt vor Ort an, entwickelten eine neue Idee, justierten nach und machten aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste. Besonders beeindruckend war das Zusammenspiel aus durchdachter Gesamtkonstruktion, guter Teamarbeit und dem sicheren Umgang mit dem Katapult. Durch das freihändige Zielen gelang es Ella und David mehrfach, unterschiedliche Zielbereiche im Tor erfolgreich zu treffen und wertvolle Punkte zu sammeln. Am Ende durfte sich das Team über einen hervorragenden zweiten Platz freuen – ein Ergebnis, mit dem sie zu Beginn des Wettbewerbstages selbst nicht gerechnet hätten.
Mindestens genauso wertvoll wie die Platzierung waren jedoch die Erfahrungen, die die beiden an diesem Tag sammeln konnten. Zum ersten Mal erlebten sie die Atmosphäre einer Universität, tauschten sich mit anderen technikbegeisterten Schülerinnen und Schülern aus und erhielten einen authentischen Einblick in ingenieurwissenschaftliches Arbeiten. Sie erfuhren, dass gute technische Lösungen selten auf Anhieb entstehen, sondern durch Recherche, Ausprobieren, Testen, Optimieren alter Lösungsideen und manchmal auch durch das Lösen unerwarteter Probleme.
Der Wettbewerb zeigte eindrucksvoll, worum es in den MINT-Fächern geht: neugierig sein, technische Zusammenhänge verstehen, Ideen ausprobieren und bestehende Lösungen neu zu interpretieren und kreativ weiterzuentwickeln. Genau dieser Weg führte Ella und David am Ende zum Erfolg. Vielleicht war dieser Wettbewerb damit nicht nur ein schöner Erfolg, sondern auch der Beginn einer langfristigen Begeisterung für Technik, Konstruktion und Ingenieurwissenschaften.
