Studium Generale Petrinianum: „Hachschara und Alijah: Jüdische Jugend im Kampf gegen Ausgrenzung und Vernichtung“ - Vortrag von Dr. Franz-Josef-Wittstamm am 26.03.2025, 19.00 Uhr, Aula

15. Mar 2025 Zurück zu Aktuelles

Im Rahmen des Studium Generale Petrinianum Jahrgang V (2025) wird am

Mittwoch, 26.03.2025, um 19.00 Uhr in der Aula des Gymnasium Petrinum

ein Sondervortrag stattfinden.

Nicht die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 26. Januar 1933, sondern der April-Boykott der jüdischen Geschäftsleute bedeutete für die Juden im „Deutschen Reich“ eine Zeitenwende: waren sie zuvor deutschnational und liberal gesinnt, gewann die Idee eines Judenstaates in Palästina zunehmend Anhänger. Die jüdischen Jugendlichen, die in Deutschland keine Chancen für Ausbildung und Beruf mehr sahen, schlossen sich zionistischen Gruppierungen an. In ganz Deutschland entstanden Lager zur Ausbildung (Hachschara), so auch in Schermbeck das weithin unbekannte „Haus Berta“. Hier sollten die Jugendlichen zu landwirtschaftlichen Arbeitskräften umgeschult werden, um ein Zertifikat zur Einreise nach Palästina (Alijah) zu erwerben. Die Geschichte von Haus Bertha und zwei für Hachschara und Alijah exemplarische Biographien werden vorgestellt.

Dr. med. Franz-Josef Wittstamm studierte nach seinem Abitur am Gymnasium Petrinum in Recklinghausen im Jahr 1970 Humanmedizin in Bochum. Als Facharzt für Innere Medizin war er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2016 in den Fachbereichen Kardiologie und Intensivmedizin oberärztlich tätig. Franz-Josef Wittstamm beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den Lebenswegen von Menschen jüdischen Glauben am Gymnasium Petrinum, im Vest Recklinghausen und in ganz Westfalen. Auf seiner Webseite www.spurenimvest.de hat er zahlreiche Kurzbiographien mit umfangreichem Bild- und Archivmaterial zusammengetragen, die laufend aktualisiert und ergänzt werden. Kürzlich wurde er für seine umfangreichen Forschungsarbeiten mit einem Eintrag in das Goldene Buch des Jewish National Fund geehrt.

Als Studium Generale bezeichnet man heutzutage im Allgemeinen nicht obligatorische, öffentliche Lehrveranstaltungen einer Hochschule. Sie verkörpern im Sinne des humanistischen Bildungserbes den Auftrag, die umfassende Allgemeinbildung zu fördern. Eine solche Förderung ist genuiner Auftrag aller öffentlichen Bildungseinrichtungen. Die Schulgemeinschaft des Gymnasium Petrinum perpetuierte nach dem gelungenen Auftakt im Jubiläumsjahr 2021 die Reihe öffentlicher Vorträge im Rahmen des Studium Generale Petrinianum und bietet zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst einen öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion an , in dessen Rahmen namhafte Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Politik und Kultur zu wechselnden Themen und inhaltlichen Schwerpunkten in der Petriner Aula vortragen.

Der Eintritt zur Vortragsreihe ist frei. Spenden zugunsten unserer Partnerschule in Brasilien sind herzlich willkommen.

Von: Michael Rembiak