Schon beim Gedanken an den Südafrikaaustausch, der vom 10.August bis zum 14.September 2025 stattfand, kommen uns unzählige Erinnerungen in den Sinn. Es war eine Zeit voller Abenteuer, neuer Erfahrungen und Begegnungen, die uns noch lange begleiten werden. In diesen fünf Wochen durften wir (Lina, Greta, Antonia, Y-van, Maxim und Leonard) nicht nur eine völlig neue Kultur und beeindruckende Landschaften entdecken, sondern auch Freundschaften schließen, die weit über die Austauschzeit hinaus Bestand haben. Jeder einzelne Tag brachte besondere Momente mit sich – sei es in unseren Gastfamilien, in der Schule oder auf gemeinsamen Ausflügen – und machte diesen Austausch zu einem einmaligen Erlebnis.
Der Schulalltag in Südafrika begann deutlich früher, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Bereits um 7:30 Uhr startete der Unterricht und endete um 14:30 Uhr. Lediglich freitags war der Schultag verkürzt und ging nur bis 12:30 Uhr. Eine weitere Besonderheit war die an der Schule geltende Uniformpflicht. Anfangs war das Tragen der Schuluniform für uns eine ungewohnte Umstellung, doch schon nach kurzer Zeit wurde sie fester Bestandteil unseres Alltags, sodass wir sie auch gar nicht mehr missen wollten.
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Herzlichkeit und Offenheit der Menschen vor Ort. Sowohl die Lehrkräfte als auch unsere Gastfamilien und Mitschülerinnen und Mitschüler begegneten uns mit Wärme und großem Interesse, sodass wir uns sehr schnell willkommen fühlten. Neue Freundschaften entstanden mühelos, viele davon bestehen auch über den Aufenthalt hinaus weiter. Auch im sportlichen Bereich bot sich uns die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln. So durften wir unter anderem Rugby, Rudern und Hockey ausprobieren – Sportarten, die für viele von uns bislang unbekannt waren. Vor allem das Rudern stellte eine besondere Herausforderung dar, da es sowohl körperliche Ausdauer als auch Teamarbeit erforderte. Dennoch bereitete es uns große Freude und war eine wertvolle, neue Erfahrung.
Neben dem Schulbesuch nutzten wir die Zeit intensiv, um Südafrika und insbesondere die Region rund um Kapstadt kennenzulernen. Wir besuchten zahlreiche beeindruckende Orte, darunter den Tafelberg sowie das farbenfrohe Viertel Bo-Kaap. Eine Ziplining-Tour durch die Berge sorgte für reichlich Adrenalin und zeigte uns die Natur aus einer ungewohnten Perspektive. Ein weiteres Highlight war die Safari im Aquila Game Reserve. Dort hatten wir das Glück, vier der sogenannten „Big Five“ – Elefant, Löwe, Nashorn und Büffel – in freier Wildbahn zu beobachten. Lediglich der Leopard ließ sich nicht blicken. Dennoch war dieses Erlebnis für uns alle unvergesslich. Auch ein Ausflug nach Hermanus gehörte zum Programm. In dieser Küstenstadt, die für ihre hervorragenden Möglichkeiten zur Walbeobachtung bekannt ist, konnten wir tatsächlich Wale direkt vor der Küste sichten – ein sehr beeindruckendes Naturerlebnis. Zudem besuchten wir mehrere Weinfarmen in der Umgebung Somersets, wo wir Einblicke in die regionale Weinproduktion erhielten. Den Abschluss unseres Aufenthalts bildete eine Woche im Cederberg-Gebirge, ein Programmpunkt, der für viele von uns das persönliche Highlight der gesamten Reise darstellte. Im Rahmen des sogenannten Cederberg Camps verbrachten wir eine Woche im Freien, schliefen in Zelten und verzichteten bewusst auf digitale Geräte. Ohne Internet und Smartphones rückten Gemeinschaft und Natur besonders in den Vordergrund. Wir bereiteten alle Mahlzeiten selbst zu, wanderten täglich durch die beeindruckende Felslandschaft, kletterten zwischen Steinformationen und stärkten dabei auch unseren Zusammenhalt als Gruppe. Die Abende am Lagerfeuer und der sternenklare Himmel werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Rückblickend war der Austausch eine außerordentlich bereichernde Erfahrung, sowohl kulturell als auch persönlich. Wir konnten nicht nur eine neue Lebensweise, fremde Traditionen und eine faszinierende Natur kennenlernen, sondern auch viel über uns selbst lernen. Der Aufenthalt in Südafrika hat uns in vielerlei Hinsicht geprägt.
Mit großer Vorfreude blicken wir nun dem Gegenbesuch im Oktober 2025 entgegen, wenn wir unsere südafrikanischen Austauschpartnerinnen in Deutschland begrüßen dürfen. Wir hoffen, ihnen ebenso wertvolle Einblicke in unsere Kultur und Lebensweise geben zu können, wie wir sie in Südafrika erhalten haben.
