„Auferstanden aus Ruinen“ – Vortrag zur Geschichte von St. Peter und Recklinghausen im Rahmen von „Recklinghausen Leuchtet“

08. Nov 2025 Zurück zu Aktuelles

„Stadt und Stadtkirche sind unmittelbar miteinander verbunden“, lauteten in der Gymnasialkirche die einleitenden Worte des vortragenden Georg Möllers am 28.10.2025, der die zahlreichen interessierten Zuhörer mitnahm in einen dezidierten und anschaulichen Längsschnitt der Recklinghäuser Stadtgeschichte, die immer wieder ihren Ausgangspunkt von St. Peter nahm. Zunächst ausgehend von den Stadtbränden im 13. Jahrhundert und der Feuersbrunst des Jahres 1500 fokussierte sich schließlich der Wiederaufbau St. Peters in den Jahren 1944 bis 1950 nach ihrer Zerstörung durch ein Luftbombardement, bei dem Dachstuhl und Nordseite der Kirche zertrümmert sowie der Turm schwer beschädigt worden waren. In den hoffnungsvollen und mahnenden Worten des Kaplans Heinrich Köster vom 13.09.1944 „Möge die Gemeinde die Sprache der Trümmer verstehen“ fanden sich auch die Bereitschaft zum Wiederaufbau und die Anklage gegen den Krieg, die zu seiner Verhaftung wegen „Defaitismus“ durch die Gestapo führte, aus welcher er später durch US-Soldaten befreit wurde. Entlang der Ereignisse nach dem Ende des Krieges, seinen Folgen und den Herausforderungen der Nachkriegsgesellschaft wie der Versorgungslage, Unterbringungen, der Instandsetzung der Infrastruktur und nicht zuletzt der Entnazifizierung und dem Umgang mit den überlebenden Opfern, befanden sich die Zuhörer selbst an einem weiteren Ort, der den Wiederaufbau St. Peters begleitete, denn Kolpinghaus und Gymnasialkirche wurden für Messen und Firmungen zur „Notkirche“. Schließlich „erstand St. Peter neu“ am 13.10.1950 und der allseits bekannte Christus-Torso in St. Peter symbolisiert bis heute die Fragilität des Friedens und die Mahnung an uns Menschen, die „Sprache der Trümmer“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Von: Gesa Sebbel